Coronavirus SARS-CoV-2

Wissenschaftliche Unterstützung: Prof. Dr. Andreas Fritsche, Prof. Dr. Michael Roden, Prof. Dr. Andreas Birkenfeld 

Das Coronavirus SARS-CoV-2 (engl. für „Severe Acute Respiratory Syndrome Corona Virus 2“) zählt zur Familie der Coronaviren, die schon seit den 1960er Jahren bekannt sind. SARS-CoV-2 ist ein neuer Stamm, der erstmalig im Dezember 2019 beim Menschen nachgewiesen wurde.

Die Erkrankung, zu der es nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kommt, wird als COVID-19 bezeichnet. COVID-19 steht für Coronavirus-Erkrankung 2019 (vom Englischen: „CORONA VIRUS DISEASE-2019“).

Der Hauptübertragungsweg des Coronavirus SARS-CoV-2 ist nach derzeitigem Stand des Wissens die Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit beschreibt die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Krankheit und liegt durchschnittlich bei 5 bis 6 Tagen, maximal bei 14 Tagen. Genaue Angaben, wann und wie lange infizierte Personen ansteckend sind, liegen bisher noch nicht vor.

Ähnlich wie bei Grippeviren sind die Krankheitsverläufe vielfältig und können von symptomlos bis hin zu schweren Lungenentzündungen stark variieren. Mögliche Symptome können sein:

  • Fieber
  • Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Abgeschlagenheit und Erschöpfung
  • Halskratzen
  • Kopfschmerzen
  • Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Schnupfen
  • In einigen Fällen auch Durchfall

AHA-Formel für den Alltag:

  • Abstand halten: Verzichten Sie auf Händeschütteln oder Umarmungen. Meiden Sie große Menschenmengen und nahe Kontakte (mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand).
  • Hygiene beachten: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife für 20 bis 30 Sekunden und halten Sie die Husten- und Nies-Etikette ein. Weitere Informationen finden Sie unter "Wie kann man sich vor ei­ner Co­ro­na­vi­rus-An­ste­ckung schüt­zen?"
  • Alltagsmaske tragen: Beachten Sie die geltenden Regeln zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen im öffentlichen Raum. Medizinische Schutzmasken sollten dabei dem Fachpersonal vorbehalten bleiben.

Häufig wird das Coronavirus SARS-CoV-2 mit den Grippeviren, den sogenannten Influenzaviren, verglichen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Übertragung jeweils hauptsächlich über eine Tröpfcheninfektion zu erfolgen scheint und beide Erkrankungen, die durch diese Viren ausgelöst werden, die Atemwege betreffen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom respiratorischen System.

Zusätzlich können COVID-19 und Grippe (Influenza) ähnliche Symptome wie Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen aufweisen. Da bei beiden Erkrankungen die Krankheitsverläufe vielfältig sind und stark variieren können, ist es nicht möglich, allein anhand der Symptome zwischen COVID-19 und einer Grippe zu unterscheiden.

Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten gelten sowohl zum Schutz vor dem Coronavirus als auch vor der Grippe die unter dem Punkt „Wie kann man sich vor einer Coronavirus-Ansteckung schützen?“ aufgeführten empfohlenen Hygienemaßnahmen.

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) steigen derzeit in Deutschland die laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektionen stetig an. Bei den meisten Patientinnen und Patienten (circa 80 Prozent) ist der Krankheitsverlauf von COVID-19 mild. Allerdings steigt das Risiko für schwere Krankheitsverläufe mit zunehmendem Alter und durch das Vorliegen von Vorerkrankungen, zum Beispiel chronischen Grunderkrankungen, zu denen auch Diabetes mellitus zählt. Bei einem schwereren Verlauf kann COVID-19 zu Atemproblemen bis hin zu einer Lungenentzündung führen. Aktuelle Studien deuten zudem darauf hin, dass auch Übergewicht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen könnte.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Menschen mit Diabetes eine stabile Blutzuckereinstellung, um das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 im Falle einer Infektion zu reduzieren. Des Weiteren ist generell davon auszugehen, dass eine gute Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung des Diabetes sich günstig auf das Immunsystem auswirken.

Am 17. März hat das RKI die Einschätzung der Gesundheitsgefahr für die deutsche Bevölkerung – in Abhängigkeit von der Region – von mäßig auf hoch eingestuft.

Gut zu wissen:

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie einen Flyer zum Thema "Diabetes und Coronavirus".

Nach bisherigen Erkenntnissen geht das Robert Koch-Institut (RKI) davon aus, dass ältere Personen und Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Zu diesen Grunderkrankungen zählen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Atmungssystems, Leber-, Nieren- und Krebs-Erkrankungen sowie Diabetes.

Allerdings geht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) – trotz schlechter Datenlage – aktuell davon aus, dass für Menschen mit Diabetes, die gut eingestellte Blutzuckerwerte und keine Begleit- und Folgeerkrankungen aufweisen, keine höhere Gefahr als bei einem herkömmlichen Grippevirus besteht. Liegen jedoch eine oder mehrere diabetesbedingte Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Organschäden vor, ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 erhöht.

Gut zu wissen:

Menschen mit Diabetes, die gut eingestellte Blutzuckerwerte und keine Begleit- und Folgeerkrankungen aufweisen, haben nach derzeitigem Stand des Wissens kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Des Weiteren gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass für Schwangere oder Kinder ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf besteht. Vor diesem Hintergrund ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass auch Schwangere mit Diabetes sowie Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) bei einer guten Blutzuckereinstellung kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen.

Aktuelle Informationen für Schwangere, Stillende und Familien zum Coronavirus bieten Ihnen das Netzwerk Gesund ins Leben und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Weitere Informationen für Menschen mit Vorerkrankungen finden Sie auf folgenden Seiten:

Coronavirus und Lungenerkrankungen: Fundierte Informationen mit dem Fokus auf Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenemphysem bietet der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Coronavirus und Allergien und Asthma: Fundierte Informationen mit dem Fokus auf allergische Erkrankungen bietet der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Coronavirus und Krebs: Beim Krebsinformationsdienst finden Menschen mit Krebs Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Bei Menschen mit Diabetes, bei denen eine oder mehrere diabetesbedingte Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Organschäden vorliegen, ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 erhöht. Als Gründe nennt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), dass diese Personen häufig ein geschwächtes Immunsystem haben und/oder bereits bestehende Infektionen den Krankheitsverlauf möglicherweise negativ beeinflussen könnten. Dies gelte vor allem für Menschen nach einer Organtransplantation mit immunsuppressiver Behandlung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle, sind die häufigsten Begleit- und Folgeerkrankungen, die durch einen Diabetes entstehen können. Weitere Informationen über die Entstehung, mögliche Risikofaktoren sowie die Vorbeugung und Behandlung dieser Erkrankungen finden Sie hier.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) hat eine Pressemitteilung zum Thema Schlaganfallsymptome auch in Krisenzeiten ernst nehmen veröffentlicht.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V. (DGA) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, wie wichtig es ist, dass Patientinnen und Patienten mit einer Gefäßerkrankung Untersuchungstermine weiterhin wahrnehmen und auftretende Schmerzen ernst nehmen.

Neue Erkenntnisse haben zudem gezeigt, dass bei Menschen mit Diabetes häufiger Atemwegsbeschwerden und Lungenkrankheiten auftreten als bei gleichaltrigen Personen ohne Diabetes. Die genauen Ursachen sind bisher jedoch nicht vollständig bekannt. Weitere Informationen zu Lungenkrankheiten bei Diabetes finden Sie hier.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) hat eine Pressemitteilung zum Thema Dialysepatientinnen und -patienten und COVID-19 veröffentlicht.

Menschen mit Diabetes wird genauso wie Menschen ohne Diabetes zu Achtsamkeit und sozialer Distanz geraten. Für sie gilt – wie für die gesamte Bevölkerung – die Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen.

Um trotz der aktuell bundesweit geltenden Kontaktsperre sowie der mancherorts geltenden Ausgangsbeschränkung und der meist damit einhergehenden Bewegungseinschränkung eine gute Blutzuckereinstellung zu erreichen, sollten Menschen mit Diabetes verstärkt auf ausreichend Bewegung sowie eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Zusätzlich können Workout-Videos und Apps helfen, mehr Bewegung in den Alltag in häuslicher Umgebung zu integrieren.

Mehr Informationen finden Sie in unseren Hintergrundartikeln

Meiden Sie – so möglich – alle nicht unbedingt erforderlichen Kontakte mit anderen Menschen außerhalb Ihres eigenen Haushalts.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, ist es sowohl für Menschen mit Diabetes als auch für Menschen ohne Diabetes wichtig die empfohlenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das Infektionsrisiko kann unter anderem durch folgende Maßnahmen deutlich gesenkt werden:

  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife für 20 bis 30 Sekunden. Ein Erklärvideo „Richtig Hände waschen“ finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
  • Halten Sie die Husten- und Nies-Etikette ein: Niesen oder husten Sie in ein Einwegtaschentuch und entsorgen Sie dieses anschließend. Haben Sie kein Einwegtaschentuch zur Hand, halten Sie die Armbeuge vor Mund oder Nase.
  • Fassen Sie sich so wenig wie möglich ins Gesicht. Viren können über Mund, Nase, Augen und Ohren in unseren Körper eindringen.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln oder Umarmungen. Meiden Sie große Menschenmengen und nahe Kontakte (mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand).

Eine Zusammenstellung der empfohlenen Hygienemaßnahmen des Robert Koch-Instituts (RKI) finden Sie auch hier.

Wichtige Hygiene-Tipps in den Sprachen Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch und Russisch sind auf der Seite der BZgA zu finden.

Für Menschen mit Diabetes, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, ist es wichtig, eine gute Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung anzustreben. Dies stärkt zum einen das Immunsystem, ist aber auch für alle anderen Körperfunktionen wichtig.

Wenn eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist, sollte eine erfahrene Diabetologin oder ein erfahrener Diabetologe zu dem Behandlungsteam gehören, um eine fachspezifische Behandlung des Diabetes auch in der Akutsituation zu gewährleisten.

Online-Befragung:
Wie wirkt sich der Lebensstil auf den Verlauf von COVID-19 aus? In der Studie LIFE & COVID wird untersucht, welche Faktoren für die Schwere des Verlaufs einer Covid-19-Infektion verantwortlich sind.

Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben gegenüber Menschen ohne Diabetes ein leicht erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Diabetes-Management nicht optimal ist, und dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte vorliegen. Das wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus: So kann die Anfälligkeit für Krankheiten steigen. Mehrmals täglich Gewebe- oder Blutzucker zu messen, gehört zu einer gewissenhaften Diabetes-Behandlung. Vereinzelte Kontrollen bei der Hausärztin oder dem Hausarzt sowie in der Apotheke genügen nicht. Der allgemein empfohlene Zielbereich für den Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-Wert) liegt bei 6,5 bis 7,5 Prozent (47,5 bis 58,5 mmol/mol).

Lesen Sie hier mehr zu Selbstkontrolle bei Diabetes: Blutzucker oder Gewebezucker messen.

Ganz allgemein können Infekte bei Menschen mit Diabetes den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Wenn das körpereigene Abwehrsystem Erreger wie beispielsweise Viren erkennt, werden Stresshormone freigesetzt. Dazu zählt Adrenalin. Es sorgt dafür, dass die Leber vermehrt Glukose (Zucker) abgibt. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel.

Bei Fieber sollten Menschen mit Diabetes ihren Blutzuckerspiegel besonders gut überwachen. Fieber, egal welcher Ursache, lässt im Normalfall den Blutzuckerspiegel steigen.

Bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die Insulin spritzen müssen, können die Blutzuckerwerte bei einem Infekt stark schwanken. Fieber erhöht den Insulinbedarf.

Wenn der Blutzuckerwert über 250 mg/dl (13,9 mmol/l) steigt, ist ein Urintest auf Aceton (Ketonkörper) nötig. Der Körper kann dann gefährlich übersäuern. Es kann zur Ketoazidose, einer schweren Stoffwechselentgleisung, kommen.

Lesen Sie hier mehr zu Diabetes und Infekten.

Zu diesem Thema gibt es zurzeit eine Reihe von falschen oder zumindest zweifelhaften Informationen. Grundsätzlich gilt: Nicht leichtfertig ein Medikament wechseln oder absetzen. Besprechen Sie dies immer mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt.

Versuchen Sie mit (Fehl-) oder unsicheren Informationen in den Medien und sozialen Medien besonnen und kritisch umzugehen. Wissenschaftlich haltbare Informationen liefern Behörden wie das Robert Koch-Institut (RKI), das Bundesgesundheitsministerium und die Gesundheitsämter sowie die medizinischen Fachgesellschaften. Wenn Sie stark verunsichert sind, sollten Sie sich auch an Ihre Ärztin oder an Ihren Arzt wenden.

Wie bei jeder Infektionskrankheit müssen die Diabetes-Medikamente angepasst werden. Medikamente wie SGLT-2-Hemmer (Forxiga oder Jardiance) und Metformin müssen nach Rücksprache mit einer Diabetologin oder einem Diabetologen gegebenenfalls abgesetzt werden.

Ibuprofen bei COVID-19 – gefährlich oder nicht?

Momentan kursieren Meldungen, wonach der Entzündungshemmer Ibuprofen bei einer Infektion mit dem Coronavirus schadet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass es aktuell keine Studien gibt, die darauf hindeuten, dass Ibuprofen mit einer höheren Sterblichkeit verbunden ist. Die WHO geht dieser Frage weiter nach und überprüft die Datenlage.

Blutdrucksenker, sogenannte ACE-Hemmer und Sartane

Für Unsicherheiten sorgen auch Meldungen, wonach ACE-Hemmer die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 erleichtern sollen. ACE-Hemmer (kurz für Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer) sind blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Wirkstoffe. Sie werden bei der Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen eingesetzt, beispielsweise bei Bluthochdruck und Diabetes.

In einer aktuellen Stellungnahme betont die Deutsche Hochdruckliga, dass ein Absetzen oder Therapiewechsel der Medikamente ohne vorherige Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt nicht gerechtfertigt ist. In diesem Sinne äußerte sich auch die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC). Sie schreibt, dass Studien darauf hindeuten, dass ACE-Hemmer betroffene Personen mit einer Coronavirus-Infektion eher vor schwerwiegenden Lungenkomplikationen schützen.

Kortison

Eine chronische Kortisontherapie unterdrückt die Immunantwort und kann Virusinfektionen begünstigen. Bei bestimmten Lungenerkrankungen ist Kortison allerdings ein bewährtes Medikament.

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Kortisontherapie die Infektion mit dem Coronavirus begünstigt.

Aktuell gibt es keinen Impfstoff, der vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützt. Weltweit versuchen Forschende schnellstmöglich einen passenden Impfstoff zu entwickeln. Derzeit kann noch nicht abgeschätzt werden, wann ein Impfstoff für die Erkrankung COVID-19 zur Verfügung stehen wird.

Auch eine Impfung gegen Pneumokokken (Bakterien) oder die Grippe schützt nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Allerdings kann sowohl eine Infektion mit Pneumokokken als auch mit Grippeviren einen schweren Krankheitsverlauf nehmen und eine intensivmedizinische Versorgung sowie gegebenenfalls eine Beatmung der betroffenen Person erfordern. Um eine weitere Belastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) Personen mit einem erhöhten Risiko für eine Pneumokokken-Erkrankung oder Grippe eine entsprechende Impfung. Diese Empfehlung gilt jedoch generell – unabhängig vom Coronavirus.

Die aktuellen Empfehlungen der STIKO bietet eine Übersicht für alle Altersgruppen, welche Impfungen für welche Personengruppen empfohlen werden.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind allerdings Impfstoffe gegen Pneumokokken-Infektionen in Deutschland momentan nicht oder nur noch sehr eingeschränkt verfügbar.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) betont, dass Lieferengpässe bei Diabetes-Medikamenten jetzt und künftig nicht zu befürchten sind. Insulin wird vorwiegend auch in Deutschland selbst hergestellt. Lesen Sie hier die Pressemitteilung der DDG im Wortlaut.

Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rechnet nicht damit, dass es aufgrund des Coronavirus kurzfristig zu Lieferengpässen von Medikamenten kommt. Es beobachtet und bewertet die Situation laufend.

Durch die aktuelle hohe Belastung unseres Gesundheitssystems durch das Coronavirus als auch für den Schutz von Patientinnen und Patienten sowie des medizinischen Personals kann es dazu kommen, dass Kliniken und Praxen ambulante Patientinnen und Patienten mit Diabetes abbestellen oder sie nicht stationär aufnehmen. Daher ist es sehr wichtig, die Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung des Diabetes gut zu kontrollieren und in regelmäßigem Kontakt mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, der Diabetologin oder dem Diabetologen sowie gegebenenfalls mit der betreuenden Klinikärztin beziehungsweise dem betreuenden Klinikarzt zu sein. Die Ärztinnen und Ärzte kennen Ihre persönliche Situation und können die Dringlichkeit der anstehenden Untersuchungen und Behandlungen gegen das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus abwägen.

Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, wie wichtig es für Menschen mit Diabetes ist, Krankheitssymptome ernst zu nehmen und wichtige Kontroll- und Behandlungstermine weiterhin einzuhalten. Bei schlechten Blutzuckerwerten oder Veränderungen des Gesundheitszustandes sollten Diabetespatientinnen und -patientinnen, insbesondere betroffene Personen mit Begleit- und Folgeerkrankungen, umgehend ärztliche Hilfe ersuchen. Die entsprechende Pressemitteilung der DDG lesen Sie hier.

Wenn Sie aufgrund Ihres Diabetes oder einer Diabetes-Komplikation als Notfall in ein Krankenhaus aufgenommen werden müssen oder von Ihrer Diabetologin beziehungsweise Ihrem Diabetologen eingewiesen werden, ist es wichtig, dass die Behandlung stationär stattfindet. Hier empfiehlt es sich, wenn die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt oder die Diabetologin beziehungsweise der Diabetologe den Kontakt mit der Klinik herstellt.

In einem Interview schildert Prof. Bernhard Kulzer (Diabetes-Klinik Bad Mergentheim, Projektpartner Deutsches Zentrum für Diabetesforschung) welche Auswirkungen der Coronavirus auf die Durchführung von Diabetes-Schulungen hat. Das ganze Interview zum Thema lesen Sie hier.

Unter den folgenden Links finden Sie die Einschätzungen wichtiger Behörden zum Coronavirus, aber auch FAQs, Reiseinformationen, Podcasts und Erklärvideos:

Gut zu wissen:

Corona-App der Charité CovApp: Handlungsempfehlungen und Informationen zum Corona-Virus (browserbasierte, kostenlose App)

COVID-19 Symptom Tracker App des Universitätsklinikums Freiburg: Medizinische Studie, die auf Grundlage täglicher Fragebögen wichtige Hinweise zum besseren Verständnis von COVID-19 geben soll (kostenlos)

Podcast-Reihe zum Coronavirus

Erklärvideos zu Corona

Finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
 

Hotlines zum Coronavirus, Informationen in Gebärdensprache sowie in Leichter Sprache

Finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums

Informationen für Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und weitere Akteure im Gesundheitswesen

Gut zu wissen:

COVID*Graph: Graph-Technologie um Forschenden einen schnellen Zugriff auf aktuelle wissenschaftliche Daten zu COVID-19 zu ermög­lichen (unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung)

.Trainingspläne

Sie wissen nicht, wie Sie mit dem Sport beginnen sollen? Hier finden Sie Ideen!

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Quellen:

Aerzteblatt online: Coronakrise: Hilfreiche Tools für den medizinischen Alltag. Meldung vom 15.04.2020
Aerzteblatt online: COVID-19: Zweifel am erhöhten Risiko für einen komplizierten Verlauf durch Antihypertensiva. Meldung vom 16.03.2020
Aerzteblatt online: Besondere Achtsamkeit bei Diabetes nur bei Begleiterkrankungen erforderlich. Meldung vom 11.03.2020
Bornstein, S. R. et al.: Practical recommendations for the management of diabetes in patients with COVID-19. In: Lancet Diabetes Endocrinol, 2020 [Epub ahead of print]
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Coronavirus SARS-CoV-2. (Letzter Abruf: 22.03.2020)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Coronavirus 2019-nCoV. (Letzter Abruf: 14.05.2020)
Deutsche Diabetes Gesellschaft: Diabetesversorgung durch Corona-Pandemie gefährdet - DDG warnt vor drohender Unterversorgung von chronisch und akut Erkrankten. Pressemitteilung vom 20.04.2020
Deutsche Diabetes Gesellschaft: Neues Coronavirus SARS-CoV-2: Kein erhöhtes Infektionsrisiko für gesunde Diabetespatienten. DDG rät zu einer guten Blutzuckereinstellung und empfohlenen Hygienemaßnahmen. Pressemitteilung vom 02.03.2020
Deutsche Hochdruckliga e. V.: Nicht aus Angst vor Corona leichtfertig die Blutdruckmedikation absetzen! Pressemeldung vom 13.03.2020
European Society of Cardiology: Position Statement of the ESC Council on Hypertension on ACE-Inhibitors and Angiotensin Receptor Blockers. Meldung vom 13.03.2020
Peng, Y. D. et al.: Clinical characteristics and outcomes of 112 cardiovascular disease patients infected by 2019-nCoV. In: Zhonghua Xin Xue Guan Bing Za Zhi, 2020, 48: E004
Robert Koch-Institut: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2). (Letzter Abruf: 14.05.2020)
Robert Koch-Institut: Influenza. (Letzter Abruf: 20.03.2020)
Simonnet, A. et al.: High prevalence of obesity in severe acute respiratory syndrome coronavirus‐2 (SARS‐CoV‐2) requiring invasive mechanical ventilation. In: Obesity (Silver Spring), 2020 [Epub ahead of print]
Stefan, N. et al.: Obesity and impaired metabolic health in patients with COVID-19. In: Nat Rev Endocrinol, 2020 [Epub ahead of print]
World Health Organization: Coronavirus disease (COVID-19) outbreak. (Letzter Abruf: 14.04.2020)
Wu, C. et al.: Risk Factors Associated With Acute Respiratory Distress Syndrome and Death in Patients With Coronavirus Disease 2019 Pneumonia in Wuhan, China. In: JAMA Intern Med, 2020 [Epub ahead of print]
Zhu, L. et al.: Association of Blood Glucose Control and Outcomes in Patients with COVID-19 and Pre-existing Type 2 Diabetes. In: Cell Metabolism, 2020 [Epub ahead of print]
Stand: 03.06.2020