Diabetes von A bis Z

Wissenschaftliche Unterstützung: Prof. Dr. Norbert Stefan 

A

Abdominelle Adipositas

Abnorme Nüchternglukose

Das ist der Begriff für Nüchternblutzuckerwerte, die über den Normalwerten, aber unterhalb der Grenzwerte für einen Diabetes liegen. Der Nüchternblutzucker liegt dann zwischen 100 und 125 mg/dl.

Abszess

Ein Abszess ist eine häufig durch Bakterien hervorgerufene abgekapselte Eiteransammlung.

Acarbose, siehe auch Alpha-Glukosidasehemmer

Acarbose ist ein Medikament in Tablettenform und gehört damit zu den oralen Antidiabetika. Es wird zur blutzuckersenkenden Therapie bei Typ-2-Diabetes angewendet.

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer gehören zur Gruppe der blutdrucksenkenden Medikamente. Sie hemmen die Aktivität des „Angiotensin Converting Enzyme“ (ACE). Dadurch wird das Entstehen eines gefäßverengend wirkenden Botenstoffes blockiert, des Angiotensin II. Dieses wirkt unter anderem blutdruckerhöhend.

Aceton

Aceton ist ein Stoffwechselprodukt, das beispielsweise bei einem Insulinmangel entstehen kann. Ohne Insulin kann der Körper nicht ausreichend Energie aus Zucker (Glukose) gewinnen. Die Körperzellen bauen deshalb zur Energiegewinnung Fett ab. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper, unter anderem Aceton. Bei Anreicherung im Blut können sie zu einer Übersäuerung des Körpers führen.

Adenosintriphosphat (ATP)

Die chemische Verbindung ist der wichtigste Energiespeicher der menschlichen Körperzellen.

Adipositas

Adipositas, auch Fettleibigkeit genannt, ist starkes Übergewicht durch übermäßige Vermehrung des Körperfetts. Man spricht ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m² von einer Adipositas. Errechnet wird der BMI aus dem Körpergewicht (in Kilogramm) geteilt durch das Quadrat der Körpergröße (in Meter). Es wird zwischen 3 verschiedenen Ausprägungsgraden der Adipositas unterschieden. Adipositas erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, insbesondere wenn das Fett überwiegend im Bauchbereich sitzt.

Adrenalin

Adrenalin ist ein Stresshormon, das unter anderem den Puls, den Sauerstoffverbrauch und den Fettabbau erhöht und die Bronchien erweitert. Das Hormon steigert auch den Blutzuckerspiegel, indem es die Insulinfreisetzung hemmt, die Insulinwirkung senkt und den Abbau von Speicherzucker in der Leber (Glykogen) zu Glukose fördert.

Albuminurie

Albumin ist ein Bluteiweiß, das in der Leber gebildet wird. Unter Albuminurie versteht man die Ausscheidung von Albumin mit dem Urin. Das kann ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein. Albumin wird normalerweise nicht über die Nieren ausgeschieden. Siehe auch Mikroalbuminurie und Makroalbuminurie

Alpha-Glukosidasehemmer

Alpha-Glukosidasehemmer gehören zu den sogenannten oralen Antidiabetika und sind blutzuckersenkende Tabletten. Sie verzögern den Abbau von Kohlenhydraten, indem sie Enzyme hemmen, die im Darm für die Aufspaltung der Kohlenhydrate zuständig sind. Dadurch wird der Zucker langsamer ins Blut aufgenommen und der Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit verringert.
Alpha-Glukosidasehemmer haben nur einen begrenzten Einfluss auf den Blutzucker und werden heutzutage nur noch selten in der Diabetes-Therapie eingesetzt.

Alphazellen

Alphazellen sind die Zellen, die das blutzuckerfreisetzende Hormon Glukagon bilden. Sie sind in kleinen Zellhaufen in der Bauchspeicheldrüse angeordnet. Diese Zellhaufen werden Langerhans-Inseln genannt.

Aminosäuren

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Eiweiße aufgebaut sind. Die Eiweiße im Körper werden aus insgesamt 20 verschiedenen Aminosäuren zusammengebaut. Die meisten davon kann der Körper selbst herstellen. Einige dieser Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Man nennt sie essentielle Aminosäuren.

Anamnese

Unter der Anamnese oder Krankengeschichte versteht man die Befragung durch die Ärztin oder den Arzt nach unter anderem Art, Beginn und Verlauf der Beschwerden.

Androide Fettverteilung

Angina pectoris

Darunter versteht man einen plötzlich auftretenden dumpfen Schmerz in der Brust. Die Beschwerden können in andere Körperteile, zum Beispiel in den Arm, ausstrahlen. Oft liegt eine koronare Herzkrankheit (KHK) zugrunde. Das bedeutet, dass die Blutgefäße des Herzens verengt sind, was wiederum den Blutfluss behindert.

Angiopathie

Dieser Begriff beschreibt Erkrankungen der Blutgefäße. Bei Diabetes unterscheidet man die Mikroangiopathie und die Makroangiopathie.

Antidiabetika, orale

Medikamente in Tablettenform, die den Blutzucker senken. Sie werden zur Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt.  Siehe auch orale Antidiabetika (mit Auflistung).

Antigene

Antigene sind meist fremde Eiweißstrukturen, können aber auch Kohlenhydrate, Fette oder andere Komponenten sein. Das Immunsystem reagiert auf Antigene mit der Bildung von Antikörpern. Antigene befinden sich beispielsweise auf der Oberfläche vieler Bakterien.

Antikörper

Antikörper sind Eiweiße, die an körperfremde Stoffe (Antigene), wie Krankheitserreger, binden und sie auf diese Weise kennzeichnen. Das Immunsystem kann anschließend eine Gegenreaktion in Gang setzen und die Eindringlinge bekämpfen.

Antioxidantien

Antioxidantien sind pflanzliche Stoffe, die die Zellen und Erbinformation vor Schäden durch Sauerstoffradikale schützen.  Antioxidantien finden sich in vielen Obst- und Gemüsesorten.

Arterie

Arterien sind die Blutgefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den Körper leiten.

Arteriosklerose

Arteriosklerose wird häufig umgangssprachlich als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet. In den Gefäßinnenwänden kommt es zu krankhaften Ablagerungen, die die Gefäße verengen und verhärten. Die Ablagerungen werden auch Plaques genannt. Die Gefäßverengung kann in einen Gefäßverschluss wie einen Herzinfarkt münden. Arteriosklerose entwickelt sich langsam und oft über Jahre hinweg.

ASH

Die Abkürzung ASH steht für alkoholische Steatohepatitis. Das ist eine Fettleberentzündung, die durch einen hohen Alkoholkonsum verursacht wurde.

Autoimmunerkrankung

Bei einer Autoimmunerkrankung funktioniert das Immunsystem, also das körpereigene Abwehrsystem nicht mehr. Das Immunsystem kann dann nicht mehr zwischen körpereigenen Zellen und fremden Eindringlingen, wie Bakterien oder Viren, unterscheiden. Beim Typ-1-Diabetes werden auf diese Weise die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

B

Ballaststoffe

Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die für den Menschen nicht oder nur teilweise verdaubar sind, zum Beispiel Zellulose. Sie machen satt und fördern den Stuhlgang. Daneben verlangsamen sie die Aufnahme von Zucker und Cholesterin im Darm. Die meisten Ballaststoffe sind komplexe Kohlenhydrate, sogenannte Vielfachzucker.

Bariatrische Chirurgie

Als bariatrische Chirurgie wird die operative Therapie von einem extremen Übergewicht, auch Adipositas genannt, bezeichnet. Dabei wird ein Eingriff am Magen-Darm-Trakt vorgenommen. Dies soll die Nahrungsaufnahme verringern oder die Aufnahme der energiereichen Nährstoffe reduzieren. Ein chirurgischer Eingriff zur Behandlung der Adipositas ist beispielsweise der Magen-Bypass.

Basalinsulin

Basalinsulin deckt mahlzeitenunabhängig den Insulingrundbedarf, auch nachts. Basalinsulin wird je nach Form mindestens 1-mal täglich oder öfter gespritzt. Dafür stehen NPH-Insulin sowie die Insulinanaloga Glargin, Detemir und Degludec zur Verfügung.

Basalrate

Die Basalrate deckt bei der Insulinpumpentherapie den individuellen Insulingrundbedarf. Er ist mahlzeitenunabhängig.

Basalunterstützte orale Therapie (BOT)

Die basalunterstützte orale Therapie, auch kurz BOT genannt, ist eine Form der Insulintherapie. Dabei wird die Einnahme von oralen Antidiabetika mit dem Spritzen von Insulin kombiniert. Zum Einsatz kommt ein langwirksames Basalinsulin. Die BOT ist eine Therapieform, die bei Menschen mit Typ-2-Diabetes angewendet werden kann. Ärztinnen und Ärzte verordnen sie, wenn trotz Lebensstiländerungen und der Einnahme von oralen Antidiabetika die Blutzuckerwerte nicht ausreichend gesenkt werden können. Die Vorteile dieser Therapie können eine geringere Gewichtszunahme und weniger Unterzuckerungen als bei alleiniger Insulinbehandlung sein.

Basis-Bolus-Konzept

Darunter versteht man eine Form der Insulintherapie, bei der Verzögerungsinsulin zur Abdeckung des Grundbedarfs an Insulin (Basis) und Mahlzeiteninsulin (Bolus) verabreicht wird.

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Organ, das im Oberbauch hinter dem Magen liegt. Sie gibt verschiedene Stoffe in den Darm oder direkt ins Blut ab und wirkt so an der Verdauung unserer Nahrung mit. Daneben produziert sie die Hormone Insulin und Glukagon.

Betablocker

Betablocker sind Medikamente, die zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder Angina pectoris, eingesetzt werden.

Betazellen

Betazellen sind die Zellen, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin ausschütten. Sie sind in kleinen Zellhaufen in der Bauchspeicheldrüse angeordnet. Diese Zellhaufen werden Langerhans-Inseln genannt. Die Betazellen werden im Verlauf eines Typ-1-Diabetes durch das eigene Immunsystem zerstört. Bei einem Typ-2-Diabetes produzieren die Betazellen zunächst vermehrt Insulin, um der Insulinresistenz entgegen zu wirken, bis die Betazellen erschöpft sind und die Insulinproduktion versiegt.

Biguanide

Siehe Metformin.

Biomarker

Biomarker sind biologische Merkmale, die in Blut- oder in Gewebeproben gemessen und bewertet werden können. Biomarker können nicht nur auf krankhafte, sondern auch auf gesunde Prozesse im Körper hinweisen. Jeder Laborwert ist somit ein klassischer Biomarker.

Biopsie

Eine Biopsie ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem eine kleine Gewebe- oder Zellprobe entnommen und anschließend im Labor untersucht wird.

Blutzuckerwert, Blutzuckerspiegel

Der Blutzuckerwert beschreibt die Menge an im Blut vorhandenem Zucker (Glukose). Er wird durch die Nahrungsaufnahme, die körperliche Aktivität und vor allem durch die Hormone Insulin und Glukagon beeinflusst.

Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c-Wert)

Dieser Messwert gibt Aufschluss darüber, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker in den letzten 8 bis 12 Wochen war. Er ist das sogenannte Blutzucker-Langzeitgedächtnis und wird auch als HbA1c-Wert angegeben.

Body-Mass-Index (BMI)

Der Body-Mass-Index (BMI) beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße. Der BMI wird wie folgt berechnet:

BMI = Körpergewicht in Kilogramm : Körpergröße in Meter zum Quadrat

Der BMI ist ein Richtwert dafür, ob eine Person übergewichtig ist oder nicht. Es gelten folgende Einstufungen, wobei auch das Lebensalter eine Rolle spielt:

  • Untergewicht: weniger als 18,5 kg/m²
  • Normalgewicht (Idealgewicht): 18,5 bis 24,9 kg/m²
  • Übergewicht: 25 bis 29,9 kg/m²

Ab einem BMI von 30 kg/m² besteht Fettleibigkeit (Adipositas). Weil der BMI nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet, kann er beispielsweise bei Sportlerinnen und Sportlern mit viel Muskelmasse nicht als Indikator der Fettmasse gelten.

Bolusinsulin

Das Bolusinsulin ist das schnellwirkende Insulin, welches meist direkt oder mit einem Spritz-Ess-Abstand zu den Mahlzeiten gespritzt wird. Dazu können entweder Humaninsulin oder Insulinanaloga verwendet werden. Insulin kann als Bolus auch zur Korrektur erhöhter Blutzuckerwerte verwendet werden, wenn keine Nahrungsaufnahme erfolgt. Die Dosis des Bolus liegt dabei aber meist viel niedriger als die Dosis des Bolus vor Einnahme einer Mahlzeit.

Bronchialsystem

Das Bronchialsystem ist ein weit verzweigtes Röhrensystem, das die Atemluft von der Luftröhre bis in die kleinen Lungenbläschen leitet. Hier tritt Sauerstoff aus der Atemluft in das Blut über, während Kohlenstoffdioxid aus dem Blut aufgenommen und über das Bronchialsystem abtransportiert (ausgeatmet) wird.

Broteinheit (BE)

Die Broteinheit (BE) ist eine ältere Berechnungseinheit für den Gehalt an Kohlenhydraten in Speisen. Eine BE entspricht dabei 12 Gramm Kohlenhydraten. Heute wird statt der BE die Kohlenhydrateinheit (KE) verwendet. Dabei entspricht eine KE 10 Gramm Kohlenhydraten und ist so einfacher zu berechnen.

Bypass

Bypass ist Englisch und bedeutet übersetzt „Umgehung“. Ein Bypass ist eine durch einen operativen Eingriff erstellte Überbrückung für ein Passage-Hindernis. Dies kann zum Beispiel durch Entnahme von Gefäßen an einer anderen Stelle des Körpers geschehen. Engstellen oder komplett verschlossene Gefäße können so umgangen werden, um die Blutversorgung sicherzustellen. Bei einem Magen-Bypass wird der Magen geteilt. Ein kleinerer Teil des Magens wird abgetrennt und direkt an den Dünndarm angeschlossen, durch den der Speisebrei fließt. Der restliche Teil des Magens wird nach der OP vom Speisebrei umgangen.

C

CGM (Continuous Glucose Monitoring), kontinuierliche Glukosemessung

CGM steht für „Continuous Glucose Monitoring“ und bedeutet auf Deutsch kontinuierliche Glukosemessung. Dabei misst ein Sensor durchgehend den Glukosegehalt in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettgewebes. Dabei ist zu beachten, dass der Glukosewert in der Gewebeflüssigkeit nicht dem aktuellen Glukosewert im Blut entspricht, sondern den Glukosewert anzeigt, der etwa 15 Minuten vorher im Blut vorlag. Der Sender, der in der Regel am Bauch oder am Oberarm unter der Haut sitzt, überträgt die Werte an ein Anzeigegerät. Das Anzeigegerät schlägt bei manchen Geräten zudem bei Erreichen der eingestellten Warngrenzen, beispielsweise bei Unterzuckerungen, Alarm. Der Sensor muss je nach Anbieter etwa 1-mal in der Woche gewechselt und vor Gebrauch kalibriert werden.

Charcot-Fuß

Ein Charcot-Fuß stellt eine schwere Komplikation bei länger bestehendem Diabetes dar. Es kommt dabei zu einer Zerstörung der Knochen- und Gelenkstrukturen im Fuß. Der Charcot-Fuß ist eine Sonderform des Diabetischen Fußsyndroms und kann bei allen Patientinnen und Patienten auftreten, die an einer Neuropathie und Durchblutungsstörungen leiden. Ein akuter Charcot-Fuß ist ein dringender Notfall.

Cholesterin

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff. Es kann über die Nahrung in den Körper gelangen, wird aber hauptsächlich vom Körper selbst produziert, vor allem in der Leber. Es ist Bestandteil der Zellwände und Baustein vieler Hormone. Das Cholesterin kommt in verschiedenen Formen vor, die eine niedrige Dichte (LDL) oder eine hohe Dichte (HDL) haben können. Das Mengenverhältnis zwischen diesen beiden Formen hängt mit dem Risiko für Herzerkrankungen zusammen. Niedriges LDL- und hohes HDL-Cholesterin gehen mit einem niedrigen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.

CLAMP-Technik

Bei der Clamp-Technik werden eine bestimmte Insulinmenge und variable Traubenzuckermengen (Glukose) intravenös (direkt in ein venöses Blutgefäß) verabreicht, bis normale Blutzuckerwerte erreicht werden. Mit Hilfe dieser Technik kann eine Insulinresistenz bestimmt werden. Die Rate der Glukoseinfusion hängt mit der Insulinsensitivität zusammen. Je mehr Glukose bei einer festgesetzten Insulindosis gegeben werden kann, desto besser ist die Insulinwirkung.

Clearance

Mit Hilfe der Clearance kann man die Entgiftungsleistung der Organe, zum Beispiel der Nieren, beschreiben. Sie dient somit der Überprüfung der Nierenfunktion. Die Clearance entspricht der Blutmenge (ohne Blutzellen), die innerhalb einer bestimmten Zeit von einem bestimmten Stoff, zum Beispiel Kreatinin, in den Nieren geklärt wurde.

Closed-Loop

Closed-Loop heißt übersetzt geschlossener Kreis. Es ist ein künstliches Bauchspeicheldrüsensystem, also ein medizintechnisches Gerät, das selbstständig den Gewebezucker misst. Der Gewebezucker ist der Glukosespiegel im Unterhautfettgewebe. Über eine Insulinpumpe wird dann eine bestimmte Menge an Insulin freigesetzt. Das System besteht aus einem Sensor, der den Gewebezucker kontinuierlich misst, einer Pumpe, die – abhängig vom Zuckerwert – Insulin an den Körper abgibt, sowie einem Mini-Computer, der die Messdaten des Sensors auswertet und die Pumpe steuert. Solche Systeme werden seit vielen Jahren in Studien erprobt, sind jedoch noch nicht für die Vermarktung zugelassen.

Compliance

Unter Compliance versteht man die Bereitschaft einer Patientin oder eines Patienten zur Mitarbeit bei der Behandlung einer Erkrankung oder in einer Studie.

C-Peptid

C-Peptid wird gemeinsam mit Insulin in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es ist Teil des sogenannten Proinsulins, der Vorstufe des Insulins. Der C‑Peptid-Wert wird in Einzelfällen bestimmt, beispielsweise um zu untersuchen, wie gut die Betazellen noch funktionieren.

C-reaktives Protein (CRP)

Das C-reaktive Protein (kurz CRP) ist ein Eiweiß, welches bei Entzündungen im Blut erhöhte Werte zeigt.

D

Dapagliflozin

Der blutzuckersenkende Arzneistoff kommt bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zum Einsatz, wenn der üblicherweise eingesetzte Wirkstoff Metformin nicht vertragen wird und eine Lebensstiländerung den Blutzucker nicht ausreichend senken konnte. Dapagliflozin zählt zu den SGLT-2-Hemmern. Es kann auch mit anderen blutzuckersenkenden Mitteln kombiniert werden.

Dawn-Phänomen

Unter einem Dawn-Phänomen versteht man einen Blutzuckeranstieg in den frühen Morgenstunden. Dieser Anstieg ist auf Hormone zurückzuführen, die der Körper zu dieser Zeit vermehrt ausschüttet. Dadurch wird in der Leber mehr Zucker (Glukose)  freigesetzt und der Insulinbedarf steigt an. Bei manchen Menschen lässt sich der Diabetes durch eine konventionelle oder intensivierte Insulintherapie nicht ausreichend einstellen. Dies ist ein Grund für eine Insulinpumpentherapie. Durch eine Insulinpumpe und frühmorgendliche Erhöhung der Basalrate kann der morgendliche Blutzuckeranstieg ausgeglichen werden. Auch der Einsatz oder die Erhöhung der abendlichen lang wirksamen Insulindosis bei der intensivierten Insulintherapie kann dem frühmorgendlichen Blutzuckeranstieg entgegenwirken.

Detemir

Detemir ist ein langwirksames Analoginsulin (s. Insulinanaloga), bei dem einzelne Bauteile (Aminosäuren) der Molekülstruktur des menschlichen Insulins hinzugefügt wurden. Die Wirkung des Insulins ist dadurch deutlich verlängert. Es gehört zu den Basalinsulinen.

Degludec

Degludec ist ein langwirksames Analoginsulin, bei dem einzelne Bauteile (Aminosäuren) der Molekülstruktur des menschlichen Insulins verändert wurden. Die Wirkung des Insulins ist dadurch deutlich verlängert. Es gehört zu den Basalinsulinen.

Diabetes insipidus

Darunter versteht man eine Störung des Wasserhaushalts mit unnatürlich gesteigerter Ausscheidung von Harn (etwa 5 bis 20 Liter pro Tag). Die Erkrankung ist mit großem Durstgefühl und Trinken entsprechend großer Flüssigkeitsmengen verbunden. Ursache ist eine Harnkonzentrationsstörung der Nieren. Sie ist meist auf eine mangelhafte oder fehlende Ausschüttung eines bestimmten Hormons zurückzuführen, das die Wasserausscheidung durch die Nieren hemmt.

Diabetischer Fuß

Der diabetische Fuß, auch Diabetisches Fußsyndrom genannt, ist eine Folgekomplikation des Diabetes. Durch Nerven- und Durchblutungsstörungen verlieren Menschen mit Diabetes oft auch das Gefühl im Fuß. Es können Fußprobleme, wie schlecht heilende Wunden, auftreten.

Diabetisches Koma

Unter dem diabetischen Koma versteht man eine lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung durch Insulinmangel bei Menschen mit Diabetes. Durch extrem hohe Blutzuckerwerte kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Menschen mit diabetischem Koma brauchen umgehend ärztliche Hilfe und müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Im Wesentlichen werden 2 Formen unterschieden: Das ketoazidotische oder Übersäuerungskoma, das vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auftritt. Menschen mit Typ-2-Diabetes betrifft bevorzugt das hyperosmolare oder Austrocknungskoma.

Diabetologe, Diabetologin

Ein Diabetologe oder eine Diabetologin ist eine ärztliche Fachkraft (zum Beispiel eine Internistin, ein Internist oder eine Frauenärztin, ein Frauenarzt) mit der Zusatzqualifikation zur medizinischen Betreuung von Menschen mit Diabetes.

Dialyse

Unter der Dialyse versteht man ein Behandlungsverfahren, bei dem harnpflichtige Stoffe aus dem Blut entfernt werden. Diese Stoffe werden normalerweise über die Niere ausgeschieden. Bei der Dialyse, auch Blutwäsche genannt, wird das Blut mit einer künstlichen Niere oder durch eine Spülung mit sterilen Flüssigkeiten über das Bauchfell von Giftstoffen gereinigt. Diese Behandlung wird erforderlich, wenn die Nierenfunktion stark eingeschränkt ist und die Niere diese Aufgabe nicht mehr übernehmen kann.

Disaccharide

Das ist der Fachbegriff für Zweifachzucker. Diese Verbindung, ein Kohlenhydrat, setzt sich aus 2 Einfachzuckern (Monosachariden) zusammen. Ein Beispiel ist der klassische Haushaltszucker Saccharose, der aus den Einfachzuckern Glukose und Fruktose aufgebaut ist.

Disease-Management-Programm (DMP)

Disease steht für Krankheit. Ein Disease-Management-Programm ist ein Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen. Es wird von Krankenkassen angeboten und die Teilnahme ist kostenlos. Das Behandlungsprogramm beinhaltet Schulungen sowie regelmäßige Besuche beim Arzt oder der Ärztin und festgelegte Untersuchungen. Menschen mit Diabetes können sich meist bei der behandelnden Ärztin oder beim behandelnden Arzt dafür einschreiben.

Disposition, erbliche

DNS / DNA

Die Desoxyribonukleinsäure (DNS) oder englisch für ‚deoxyribonucleic acid‘ (DNA) ist langkettiges Molekül, auf dem die Erbinformation gespeichert ist. Die DNS besteht aus Zuckermolekülen, Phosphat und 4 Basen (Adenin, Guanin, Cytosin, Thymin). Die Abfolge der Basen bildet den genetischen Code. Die DNS besteht aus 2 gegenläufigen Strängen, die wie ein Reißverschluss miteinander verbunden sind. Dabei passen immer 2 Basen genau zusammen: Adenin bindet nur an Thymin und Guanin nur an Cytosin.

DPP-4-Inhibitoren (Gliptine)

DPP-4-Inhibitoren oder DPP-4-Hemmer gehören zu den oralen Antidiabetika, also den Medikamenten in Tablettenform, welche bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Dipeptidylpeptidase 4, auch DPP-4 genannt, ist ein Enzym, welches bestimmte Eiweiße spaltet. Wird das Enzym gehemmt, werden bestimmte Darmhormone im Blut verlangsamt abgebaut, die sich positiv auf die Insulinfreisetzung auswirken. In der Folge wird der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten gesenkt, nicht jedoch im Nüchternzustand. Zusätzlich vermindern sie die Produktion von Zucker in der Leber.

Duloxetin

Duloxetin ist ein Arzneistoff der zur Schmerztherapie bei der diabetischen Neuropathie, einer Folgekomplikation des Diabetes, eingesetzt wird.

E

Einfachzucker

Darunter versteht man Zucker (Kohlenhydrate), die nur aus einem Baustein aufgebaut sind. Der bekannteste Einfachzucker ist Glukose (Traubenzucker). Sind mehrere Einfachzucker miteinander verbunden, spricht man von Zweifachzuckern oder sogar Vielfachzuckern.

Elektrokardiogramm, EKG

Diese Methode misst die elektrische Aktivität des Herzens. Das EKG wird in Ruhe (liegend) oder unter Belastung (auf einem Fahrradergometer) durchgeführt. Es ermöglicht Aussagen über Herzfrequenz und -rhythmus. Zudem werden die Erregungsabläufe innerhalb des Herzmuskels gemessen. Erregungsabläufe sind elektrische Herzströme, die für den Herzschlag sorgen. Dadurch bekommt man Hinweise über Veränderungen der Form sowie der Struktur des Herzens.

Elastographie

Bei der Elastographie handelt es sich um ein spezielles bildgebendes Diagnoseverfahren. Es ist eine Weiterentwicklung des Ultraschalls. Damit wird die Festigkeit von Organen untersucht.

Elektroneurographie

Mit dieser Untersuchung kann die elektrische Funktion von Nerven überprüft und gegebenenfalls Nervenschäden entdeckt werden.

Energiebilanz

Die Energiebilanz beschreibt das Verhältnis zwischen Energieverbrauch und Energieaufnahme. Ist die Aufnahme größer als der Verbrauch, ist die Energiebilanz positiv. Dies ist während des körperlichen Wachstums der Fall. Nach abgeschlossener Wachstumsphase führt eine positive Energiebilanz zu einer Gewichtszunahme. Abnehmen ist nur bei negativer Energiebilanz möglich, also, wenn weniger Energie aufgenommen als verbraucht wird.

Enzyme

Enzyme sind Eiweißstoffe, die eine chemische Reaktion in Gang setzen oder beschleunigen. An fast allen Stoffwechselreaktionen im Körper sind auch Enzyme beteiligt.

Empagliflozin

Der blutzuckersenkende Arzneistoff kommt bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zum Einsatz, wenn der üblicherweise eingesetzte Wirkstoff Metformin nicht vertragen wird und eine Lebensstiländerung den Blutzucker nicht ausreichend senken konnte. Empagliflozin zählt zu den SGLT-2-Hemmern. Es kann auch mit anderen blutzuckersenkenden Mitteln kombiniert werden.

Epidemiologie

Die Epidemiologie untersucht die Verteilung und Ursachen von Krankheiten in der Bevölkerung. Epidemiologische Diabetes-Forschung untersucht, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum neu an Diabetes erkranken und wie viele Menschen mit einem Diabetes in der Bevölkerung leben. Hierbei wird häufig die geografische Verteilung der Erkrankung untersucht. Zudem sind Faktoren wie das Alter, Geschlecht oder die soziale Schicht wichtige Aspekte zur Beschreibung der Diabetes-Entwicklung.

Erbliche Disposition

Die erbliche Disposition beschreibt die angeborene Anfälligkeit oder Veranlagung für eine bestimmte Krankheit.

Exzessmortalität

Exzessmortalität bedeutet Übersterblichkeit. Bezogen auf die Diabetes-Erkrankung besagt die Übersterblichkeit, wie viele Todesfälle auf Diabetes zurückzuführen sind, verglichen mit Menschen, die nicht an Diabetes erkrankt sind.

F

Fett

Fette sind neben Kohlenhydraten und Eiweißen wichtige Energielieferanten im Körper. Nahrungsfette setzen sich aus Glycerin und Fettsäuren zusammen.

Fettleber

Der Begriff Fettleber bezeichnet einen vermehrten Fettgehalt des Lebergewebes. Sie kann Vorstufe der Leberzirrhose (Leberverhärtung) sein. Sie gilt als Risikofaktor für einen Typ-2-Diabetes.

Fettsäuren

Fettsäuren sind Bestanteile der in der Nahrung vorkommenden Fette. Je nachdem, ob diese chemisch nur mit Einfachbindungen miteinander verbunden sind, oder auch eine oder mehrere chemische Doppelbindungen enthalten, unterscheidet man gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren kommen beispielsweise in Butter, Käse oder Fleisch vor. Ungesättigte Fettsäuren sind zum Beispiel in Olivenöl, Rapsöl oder Nüssen enthalten.

Fettverteilung

Nicht nur zu viel Übergewicht, sondern auch die Fettverteilung im Körper birgt ein Gesundheitsrisiko. Ein hohes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten bringt die Fetteinlagerung im Bauchbereich mit sich. Bauchfett ist im Unterschied zum Hüftfett sehr stoffwechselaktiv. Dieser stammbetonten, abdominalen (Abdomen = Bauch) oder männlichen (androiden) Fettverteilung (Apfeltyp) steht die weniger riskante hüftbetonte, weibliche (gynoide) Fettverteilung gegenüber. Sie wird auch Birnentyp genannt. Die Fettverteilung lässt sich über das Taille-Hüft-Verhältnis (waist-to-hip ratio) bestimmen. Bei Männern spricht man von einem Apfeltyp bei einem waist-to-hip ratio größer 0,90. Bei Frauen liegt der Grenzwert bei 0,85.

Fibrose

Unter Fibrose versteht man eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe in Organen.

Fructosamin

Der Fructosaminwert dient zur Untersuchung der Stoffwechseleinstellung von Menschen mit Diabetes. Fructosamine sind Eiweiße aus dem Blut, an die sich der Blutzucker (Glukose) angelagert hat. Da diese Eiweiße eine Lebensdauer von etwa 20 Tagen haben, beschreibt der Fructosaminwert die Stoffwechseleinstellung den letzten 1-3 Wochen. Je höher der Blutzucker, umso höher die Konzentration an Fructosamin. Der Fructosaminwert wird in einigen Fällen zusätzlich zum HbA1c-Wert bestimmt, kann ihn aber nicht ersetzen.

Fruktose

Fruktose ist ein Einfachzucker, der unter anderem in Obst und Honig vorkommt. Er ist auch Bestandteil des Haushaltszuckers (Saccharose). Fruktose erhöht den Blutzuckerspiegel langsamer als Glukose und wird unabhängig von Insulin verstoffwechselt. Allerdings wird eine gewisse Menge der Fruktose in Glukose umgewandelt, sodass auch Fruktose bei Diabetes nur in Maßen verzehrt werden sollte. Er ist genauso energiereich wie Haushaltszucker oder Glukose.

G

Gastroparese, diabetische

Die Gastroparese ist eine Magenlähmung und kann eine Folgeerscheinung des Diabetes sein. Sie tritt im Rahmen einer Schädigung des vegetativen Nervensystems des Magen-Darm-Trakts auf (Polyneuropathie). Eine Folge davon können starke Blutzuckerschwankungen in Form von schweren Unterzuckerungen sein (siehe reaktive Hypoglykämie).

Gen

Ein Gen ist der Träger der Erbinformation. Es beschreibt einen Abschnitt auf der DNA, der genetische Informationen enthält. Dies dient den menschlichen Zellen sozusagen als Code, den sie insbesondere zum Aufbau von Eiweißen brauchen.

Gestationsdiabetes

Gewebe-Doppler-Echokardiografie

Die Gewebe-Doppler-Echokardiographie kann Hinweise auf Störungen der Herzmuskelfunktion liefern. Sie ist eine Spezialtechnik der Echokardiografie, ein bildgebendes Untersuchungsverfahren. Mit Hilfe von Ultraschallwellen können sowohl die Gestalt als auch die Funktion des Herzens beurteilt werden.

Glargin

Glargin ist ein langwirksames Analoginsulin, bei dem einzelne Bauteile (Aminosäuren) der Molekülstruktur des menschlichen Insulins hinzugefügt wurden. Dadurch wird die Wirkung des Insulins deutlich verlängert. Es gehört zu den Basalinsulinen.

Glimepirid

Glimepirid ist ein orales Antidiabetikum aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe und wird bei Typ-2-Diabetes eingesetzt. Der blutzuckersenkende Wirkstoff verstärkt die körpereigene Freisetzung von Insulin.

Glinide

Glinide sind orale Antidiabetika. Sie steigern die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Durch die erhöhte Insulinausschüttung kann der Zucker aus der Nahrung wieder besser in die Körperzellen aufgenommen werden. Die Insulinfreisetzung erfolgt schneller und weniger langanhaltend als bei den Sulfonylharnstoffen. Glinide werden daher zu den Hauptmahlzeiten eingenommen.

Gliptin

Gliptine sind orale Antidiabetika zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Sie gehören zu den DPP-4-Hemmern (DPP-4-Inhibitoren). Zu den Gliptinen zählen beispielsweise die Wirkstoffe Sitagliptin, Vildagliptin oder Saxagliptin.

Glitazone

Glitazone sind orale Antidiabetika. Sie verbessern die Blutzuckerwerte, indem sie die Insulinsensitivität der Zellen des Fettgewebes, der Muskulatur und der Leber erhöhen. Durch diese Steigerung der Empfindlichkeit gelangt wieder mehr Zucker aus dem Blut in die Zellen und kann dort verarbeitet werden. Aufgrund von Nebenwirkungen werden Glitazone nur noch in Ausnahmesituationen zur Therapie des Typ-2-Diabetes verwendet.

Glomeruläre Filtrationsrate

Die glomeruläre Filtrationsrate ist eine Bezeichnung für die Klärfunktion der Niere. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Glomeruli. Das sind sehr dünne Gefäße in der Niere, welche für die Filterung des Blutes zuständig sind.

GLP-1

Die Abkürzung GLP-1 bedeutet Glukagon-like Peptide, auf Deutsch Glukagon-artiges Peptid. Dies ist ein Hormon, das in den Darmzellen produziert wird, sobald neue Nahrung den Verdauungstrakt erreicht. Die Darmzellen geben dann GLP-1 ins Blut ab. Das GLP-1 regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten. Gleichzeitig hemmt das GLP-1 die Bauchspeicheldrüse, Glukagon, also den Gegenspieler des Insulins, ins Blut abzugeben. Somit hilft GLP-1 dabei, den Blutzucker zu senken. Weiterhin hemmt GLP-1 die Magenentleerung, sodass bei Nahrungsaufnahme früher ein Sättigungsgefühl auftritt. Längerfristig tritt damit meist eine Gewichtsabnahme ein. Doch GLP-1 wird im Blut sehr schnell wieder abgebaut durch das Enzym Dipeptidyl-Peptidase 4 (DPP-4). Daher werden manche Menschen mit Diabetes mit Medikamenten behandelt, die das DPP-4 hemmen, sodass die Konzentration von GLP-1 im Blut möglichst lange hoch bleibt. Diese Medikamente heißen DDP-4-Inhibitoren.

Glukagon

Glukagon ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es wird dort in den Alphazellen der Langerhans-Inseln gebildet. Dieses Hormon erhöht den Blutzuckerspiegel und ist damit der Gegenspieler des Insulins.

Glukoneogenese

Darunter versteht man die Neubildung von Glukose in der Leber und in geringem Maße auch in der Niere aus Fetten, Eiweißbausteinen und Milchsäure. Die Glukoneogenese hält beispielsweise die Energieversorgung von Gehirn und Muskulatur aufrecht, wenn nicht genügend Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen werden.

Glukose

Glukose ist der Fachbegriff für Traubenzucker (auch Dextrose genannt). Glukose ist ein Einfachzucker und gehört zur Nährstoffgruppe der Kohlenhydrate. Kohlenhydrate aus der Nahrung werden im Darm zu Glukose abgebaut. Danach geht die Glukose ins Blut über (Blutzucker). Glukose ist der wichtigste Energieträger für den menschlichen Körper und seine Organe. Sie wird über Insulin in die Zellen aufgenommen, die ihn als Treibstoff benötigen.

Glukosetoleranz, gestörte

Davon spricht man, wenn der Blutzuckerwert nach dem Verzehr von Zucker innerhalb einer bestimmten Zeit nicht ausreichend sinkt, aber noch kein Typ-2-Diabetes vorliegt. Eine gestörte Glukosetoleranz ist definiert als ein Blutzuckerwert zwischen 140 mg/dl (7,8 mmol/l) und 200 mg/dl (11,1 mmol/l) 2 Stunden nach Trinken einer 75-Gramm-haltigen Glukoselösung im Rahmen eines oralen Glukosetoleranztests. Personen, bei denen solche Blutzuckerwerte gemessen werden, haben ein erhöhtes Risiko, eine Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Eine Veränderung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und Bewegung hilft dabei, die gestörte Glukosetoleranz zu bessern.

Glukosurie

Sie beschreibt die vermehrte Ausscheidung von Glukose mit dem Harn durch die Niere.

Glykämischer Index

Der Glykämische Index ist ein Maß zur Bestimmung, wie sich ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. Er beschreibt, wie schnell und wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Essen ansteigt. Richtwert ist der Traubenzucker (Glukose), der den größten Anstieg des Blutzuckers verursacht. Er hat den größten Glykämischen Index von 100.

Glykogen

Glykogen ist eine Speicherform des Traubenzuckers (Glukose). Der Körper kann den Traubenzucker zu Glykogen umwandeln und vor allem in der Leber und der Muskulatur speichern. Ist der Blutzuckerspiegel niedrig, oder benötigt der Körper vermehrt Energie, kann das gespeicherte Glykogen auch wieder zurück in Traubenzucker umgewandelt werden. Dieser wird den Organen und Zellen als Energieträger bereitgestellt. Bei Glykogen handelt es sich um einen Mehrfachzucker.

Glykogenolyse

Sie beschreibt den Abbau des Speicherzuckers Glykogen zu Glukose, vor allem in der Leber und im Muskel. Wird Glykogen im Organismus als Energieträger gebraucht, kommt es über Vermittlung der Hormone Adrenalin und Glukagon zum Abbau von Glykogen zu Glukose.

Grundumsatz

Der Grundumsatz beschreibt die Menge an Energie, die zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen im Ruhezustand nötig ist. Der Grundumsatz ist unter anderem abhängig von Körpergewicht, Körpergröße, Alter, Geschlecht, Klima, Körpertemperatur oder Muskelmasse.

Gynoide Fettverteilung

H

HbA1c

Der HbA1c-Wert wird auch Blutzucker-Langzeitwert genannt. Er bildet das Langzeit-Blutzuckergedächtnis. Hb steht für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. An diesen Farbstoff lagert sich der Zucker an. Je höher der Blutzuckerwert ist, desto mehr Zucker lagert sich an. Da die Lebensdauer eines roten Blutkörperchens (und damit auch des Hämoglobins) 3 Monate beträgt, kann man den durchschnittlichen Blutzuckerwert der vergangenen 3 Monate an dem HbA1c-Wert ablesen. Der HbA1c-Wert ist somit ein Maß für die Güte der Blutzuckereinstellung.

Der HbA1c-Wert steigt mit dem Alter physiologisch an. Zur Vorsorge vor Folgeerkrankungen von Diabetes empfehlen Leitlinien die Einhaltung abgestufter HbA1c-Zielwerte, welche das Alter und vorhandene Begleiterkrankungen mitberücksichtigen (zwischen 6,5 und 8 Prozent).

Hepatitis

Als Hepatitis wird eine Entzündung der Leber bezeichnet. Sie kann verschiedenste Ursachen haben.

Herzszintigraphie

Bei der Herzszintigraphie wird die Durchblutung des Herzmuskels bildlich dargestellt. Bei dieser Untersuchungsmethode, die in Ruhe und unter Belastung durchgeführt wird, wird eine leicht radioaktive Substanz in eine Armvene injiziert. Sie reichert sich im Herzmuskel an und eine Spezialkamera fertigt Bilder des Herzens an.

Hormon

Hormone sind Botenstoffe, die in Drüsengeweben gebildet und über den Blutkreislauf transportiert werden. Sie steuern durch ihre Signale viele Vorgänge im Körper, zum Beispiel regulieren sie den Blutzuckerspiegel.

Humaninsulin

Humaninsulin ist ein Medikament zur Behandlung der Diabetes-Erkrankung. Humaninsulin steht für „menschliches Insulin“. Das bedeutet, dass es identisch aufgebaut ist, wie das Insulin, das natürlicherweise in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Es wird durch gentechnisch veränderte Bakterien und Hefepilze erzeugt.

Hydramnion

Das Hydramnion, auch Polyhydramnion genannt, ist eine häufige Komplikation, die bei diabetischen Schwangerschaften auftritt. Der Begriff beschreibt eine krankhafte Vermehrung des Fruchtwassers auf eine Menge von mehr als 2 Litern. Zu viel Fruchtwasser kann sich in Form von unter anderem starkem Bauchspannen oder Schwierigkeiten beim Atmen bemerkbar machen. Es kann zu einem verfrühten Blasensprung führen und vorzeitige Wehen auslösen.

Hyperglykämie (Überzucker)

Hyperglykämie ist der Fachausdruck für erhöhte Blutzuckerwerte, die infolge eines Diabetes oder eines Prädiabetes entstehen können. Ein Blutzuckerspiegel im nicht nüchternen Zustand von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher weist auf das Vorliegen eines Diabetes hin.

Hyperlipidämie

Von Hyperlipidämie spricht man bei erhöhten Blutfettwerten, wie beispielsweise einem erhöhten Gesamt- oder LDL-Cholesterin- oder erhöhten Triglyceridspiegel. Es besteht dann eine Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hypertonie

Hypertonie ist der medizinische Fachbegriff für Bluthochdruck. Bluthochdruck liegt vor, wenn wiederholt Werte von 140/90 mmHg oder höher gemessen werden. Bluthochdruck erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und weitere Erkrankungen. Die Gefahr für solche Erkrankungen steigt zusätzlich, wenn in Kombination mit einem Bluthochdruck auch eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Das Risiko für Bluthochdruck kann durch einen gesunden Lebensstil, also beispielsweise gesündere Ernährung oder mehr Bewegung, verringert werden.

Hypoglykämie (Unterzucker)

Hypoglykämie ist der Fachausdruck für Unterzuckerung. Eine Unterzuckerung ist die häufigste Nebenwirkung bei der Behandlung mit Insulin und/oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten. Sie tritt auf, wenn die Menge von Insulin oder antidiabetischen Tabletten nicht mit der verfügbaren Kohlenhydratmenge zusammenpasst, zum Beispiel in folgenden Situationen:

  • falsche Einschätzung der verzehrten Kohlenhydratmenge
  • zu langer Abstand zwischen Spritzen und Essen
  • nach körperlicher Bewegung
  • nach Alkoholkonsum
  • während Magen-Darm-Erkrankungen
  • durch Wechselwirkungen von Medikamenten

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Darunter versteht man die eingeschränkte Fähigkeit, die Warnsymptome einer Unterzuckerung zu bemerken. Sie tritt insbesondere bei Typ-1-Diabetes auf.

Hypothalamus

Der Hypothalamus ist eine Hirnregion, die die Schnittstelle zwischen Hormon- und Nervensystem ist. Der Hypothalamus kann Nervensignale empfangen und aktiviert damit die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), welche daraufhin bestimmte Hormone in das Blut ausschüttet. Viele Nervenzellen des Hypothalamus können zudem direkt Glukose wahrnehmen, dienen also als Sensoren für den Blutzuckerspiegel.

I

IGT

IGT steht für Englisch „Impaired Glucose Tolerance“ und bezeichnet eine gestörte Glukosetoleranz.

Injektion

Der Begriff bedeutet das Einbringen eines Arzneistoffs in den Körper. Der Arzneistoff kann beispielsweise unter die Haut, in eine Vene oder in einen Muskel gespritzt werden.

Inkretinmimetika

Inkretinmimetika, beispielsweise Exenatid oder Liraglutid, sind blutzuckersenkende Medikamente zur Behandlung eines Typ-2-Diabetes. Diese Wirkstoffgruppe wird auch GLP-1-Analoga oder GLP-1-Rezeptor-Agonisten genannt. Sie sind ähnlich aufgebaut, wie das Hormon GLP-1. Sie steigern die Ausschüttung von Insulin und hemmen gleichzeitig die Ausschüttung von Glukagon. Weiterhin reduzieren sie die Magenentleerung. Unterzuckerungen sind meist nicht zu befürchten, oder nur bei gleichzeitiger Gabe von Insulin, Sulfonylharnstoffen oder Gliniden, da durch Inkretinmimetika die Insulinausschüttung nur bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel angeregt wird. Inkretinmimetika werden, wie das Insulin, in das Unterhautfettgewebe gespritzt.

Inselzellen

Insulin

Insulin ist ein körpereigenes, lebenswichtiges Hormon, also ein Botenstoff, der in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse produziert und ins Blut abgegeben wird. Es ermöglicht die Aufnahme des Zuckers (Glukose) in die Körperzellen. Insulin hemmt auch die Abgabe von Glukose aus der Leber in das Blut. Als Folge sinkt der Blutzuckerspiegel. Ohne Insulin kommt es zu schweren Störungen des Zuckerstoffwechsels. Die Menge des Zuckers im Blut steigt an und es entsteht ein Diabetes.

Insulinanaloga

Insulinanaloga sind Medikamente zur Behandlung der Diabetes-Erkrankung. Sie werden durch den Austausch und die Veränderung bestimmter Bausteine des Insulins hergestellt. So lassen sich der Wirkungszeitpunkt und die Wirkungsdauer verändern. Dadurch ermöglichen sie eine bessere Steuerung der Insulintherapie. Bei der Herstellung werden gentechnisch veränderte Bakterien und Hefepilze verwendet.

Insulineinheit

Internationale Einheit, auch I.E. oder IE, der Insulinmenge, die 0,042 Milligramm reinen Insulins entspricht. 1 Milligramm Insulin entspricht etwa 28 Insulineinheiten.

Insulinpen

Ein Insulinpen ist ein Gerät in Form eines Füllfederhalters oder Kugelschreibers, mit dem Insulin verabreicht wird.

Insulinpumpe

Die Insulinpumpe ist ein Gerät zur Behandlung einer Diabetes-Erkrankung. Die Insulinpumpe bleibt ständig am Körper der Patientin oder des Patienten und enthält ausschließlich kurzwirksames Insulin. Das wird kontinuierlich über eine Kanüle (umgangssprachlich: Nadel) in das Unterhautfettgewebe abgegeben. Zusätzlich benötigtes Insulin, beispielsweise vor einer Mahlzeit, kann man sich durch Knopfdruck verabreichen. Auf diese Weise entfallen die mehrmals täglich erforderlichen Spritzen.

Insulin-Purging

Beim sogenannten Insulin-Purging wird kein oder viel zu wenig Insulin gespritzt, um den Zucker aus der Nahrung nicht aufzunehmen. Er wird dann über die Nieren ausgeschieden. So kommt es zu einem Gewichtsverlust. Folgen durch die sehr hohen Blutzuckerwerte sind allerdings Schäden unter anderem an Blutgefäßen, Nieren und Nerven. Im schlimmsten Fall kann es zu gefährlichen Ketoazidosen kommen.

Insulinresistenz

Davon spricht man, wenn das blutzuckersenkende Hormon Insulin weniger als erwartet wirkt. Insulinresistenz ist eine Vorstufe und ein Krankheitsmechanismus von Typ-2-Diabetes. Bei einer Insulinresistenz sprechen die Körperzellen – vor allem in Muskeln, Leber und Fettgewebe – nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin an. Das Insulin kann dadurch den Zucker nicht mehr effektiv aus dem Blut in die Körperzellen transportieren. Um die gleiche Insulinwirkung von Gesunden zu erreichen, müssen Menschen mit Insulinresistenz mehr Insulin produzieren.

Insulinrezeptor

Ein Insulinrezeptor ist eine Bindungsstelle für Insulin auf der Zelloberfläche. Diese Bindungsstellen kommen vor allem in Muskel-, Leber- und Fettzellen vor. Die Bindung von Insulin an den Rezeptor bewirkt die „Türöffnung“ der Zellen und damit die vermehrte Aufnahme von Glukose in die Zellen.

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Unter einer intensivierten konventionellen Insulintherapie, auch kurz ICT genannt, versteht man eine getrennte Anwendung von schnell wirkendem Bolusinsulin und Langzeitinsulin (Basalinsulin) zur Deckung des Insulingrundbedarfs. Als kurzwirksames Insulin werden Humaninsuline oder Insulinanaloga verwendet. Langzeitinsuline sind entweder NPH-Verzögerungsinsuline oder langwirksame Insulinanaloga.

Interleukine

Interleukine sind körpereigene Botenstoffe. Sie regeln Reaktionen des Immunsystems. Bestimmte Interleukine können Entzündungen fördern, andere wirken entzündungshemmend.

Interventionsstudie

Eine Interventionsstudie ist eine Studie, in der das Forschungsteam die Teilnehmenden geplant verschiedenen Maßnahmen (zum Beispiel die Behandlung mit 2 Medikamenten) zuordnet. Das Forschungsteam führt die verschiedenen Maßnahmen bei den Teilnehmenden durch, beobachtet sie und untersucht bestimmte Veränderungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten dadurch herausfinden, wie wirksam bestimmte Maßnahmen, zum Beispiel für die Behandlung von Diabetes, sind.

Intravenös

Darunter versteht man die Verabreichung eines Medikaments in Form einer Spritze oder Infusion in die Vene.

Intravenöser Glukosetoleranztest (ivGTT)

Er dient zur Diagnose eines Diabetes und wird dann durchgeführt, wenn ein oraler Glukosetoleranztest nicht möglich ist. Beim intravenösen Glukosetoleranztest spritzt die Ärztin oder der Arzt eine Traubenzuckerlösung direkt in den Blutkreislauf. Anschließend misst sie oder er, wie viel Insulin durch die Betazellen der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Damit wird untersucht, wie gut die Funktion der Betazellen hinsichtlich der Insulinproduktion ist.

iscCGM, intermittent-scanning CGM (auch „flash glucose Messgerät“ genannt)

Das iscCGM ist ein Messsystem zur Bestimmung des Gewebezuckers im Unterhautfettgewebe, ohne dass eine Kalibrierung des Geräts erforderlich ist. Das iscCGM-System besteht aus einem Sensor und einem Lesegerät. Er wird mit Hilfe eines „Klebstoffes“ am Oberarm aufgebracht und bis zu 14 Tage an der gleichen Stelle auf der Haut belassen. Mit dem Sensor verbunden ist ein Art Faser, die unter die Haut platziert wird. Dort misst sie kontinuierlich den Gewebezucker zwischen den Körperzellen im Unterhautfettgewebe. Mit dem zugehörigen Lesegerät zum Scannen lässt sich der Messwert jederzeit abrufen.

J

Joule

Joule ist eine Maßeinheit für den Nährwert von Nahrungsmitteln. 1 Joule entspricht 0,239 Kilokalorien. Der Energiegehalt von Nahrungsmitteln wird in 2 Einheiten angegeben: Kilojoule (kJ) und Kilokalorien (kcal).

K

Kachexie

Kachexie ist eine schwere Form der Abmagerung, also ein krankhafter Gewichtsverlust.

Kalorie

Eine Kalorie ist die Einheit, mit der der Energiegehalt in Nahrungsmitteln und der Energiebedarf des Organismus angegeben werden. Wenn umgangssprachlich Kalorie verwendet wird, ist damit eigentlich eine Kilokalorie gemeint, also 1.000 Kalorien. Eine Kilokalorie ist die Energie, die nötig ist, um 1 Liter Wasser von 14,5 Grad Celsius auf 15,5 Grad Celsius zu erhitzen.

Kardiometabolisch

Kardiometabolisch ist ein medizinischer Fachausdruck und bedeutet „das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel betreffend“. Kardiometabolische Erkrankungen sind beispielsweise Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Adipositas.

Kardiovaskulär

Kardiovaskulär ist ein medizinischer Fachausdruck und bedeutet „das Herz und die Gefäße betreffend“. Kardiovaskuläre Erkrankungen werden auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen genannt.

Ketoazidose

Die diabetische Ketoazidose ist eine akute Komplikation, die vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auftritt. Ihre Ursache ist eine starke Erhöhung des Blutzuckerspiegels durch Insulinmangel. Ein Insulinmangel oder ein stark erhöhter Insulinbedarf kann auch im Rahmen eines schweren Infektes mit Fieber, Erbrechen und/oder Durchfall oder im Rahmen schwerer, neu auftretender Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer unerkannten Schilddrüsenüberfunktion, auftreten. Ist nicht ausreichend Insulin vorhanden, kann der Zucker aus dem Blut nicht mehr in die Körperzellen aufgenommen werden. Den Zellen fehlt dadurch Energie für die Stoffwechselprozesse. Der Körper leitet daraufhin den Abbau von Fettgewebe ein, um seinen Energiebedarf zu decken. Das Fett wird zu Fettsäuren, die Fettsäuren werden unvollständig zu sogenannten Ketonkörpern abgebaut. Die erhöhte Konzentration von Ketonkörpern führt zu einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes. Es entsteht die Ketoazidose mit folgenden möglichen Symptomen:

  • vermehrtes Wasserlassen (Polyurie),
  • vermehrter Durst (Polydipsie),
  • Sehstörungen,
  • Austrocknung (Exsikkose) und
  • Muskelkrämpfe.

Es kommt zu Übelkeit und Erbrechen. Es kann auch ein ketoazidotisches Koma auftreten, das schlimmstenfalls tödlich enden kann.

Ketonämie

Ketonämie beschreibt das vermehrte Auftreten von Ketonkörpern im Blut.

Ketonkörper

Ketonkörper sind Stoffe, die vermehrt beim Fettabbau infolge eines Insulinmangels entstehen. Dazu gehört beispielsweise Aceton. Ab einer bestimmten Konzentration im Blut können sie zur Ketoazidose führen.

Ketontest

Mit Hilfe eines Ketontests lassen sich erhöhte Mengen an Ketonkörpern im Blut oder Urin feststellen. Sie können ein Hinweis auf eine schwere Stoffwechselentgleisung, die Ketoazidose sein, die vor allem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auftreten kann. In der Apotheke sind dazu Teststreifen für einen Urintest auf Ketone erhältlich, die eine entsprechende Verfärbung anzeigen.

Ketonurie

Darunter versteht man die Ausscheidung von Ketonkörpern im Urin. Die Ketonurie kann besonders bei Typ-1-Diabetes mit Insulinmangel auftreten, als Hinweis auf eine Ketoazidose. Die Ketonausscheidung im Urin lässt sich mit Hilfe von Teststäbchen messen (Ketontest).

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind verschieden große Zuckermoleküle. Einen Teil der Kohlenhydrate nehmen wir mit der Nahrung auf. Außerdem dienen Kohlenhydrate als Energiespeicher im Körper. Bei Bedarf werden sie in Einfachzucker, beispielsweise Glukose, gespalten.

Kohlenhydrateinheit (KE oder KHE)

Die Kohlenhydrateinheit, abgekürzt KHE oder KE, ist ein Maß für Menschen mit Diabetes, um die Menge an Kohlenhydraten in Lebensmitteln zu bestimmen. Daraus können sie ableiten, wie viel Insulin sie sich verabreichen müssen. 1 Kohlenhydrateinheit entspricht etwa 10 Gramm Kohlenhydraten.

Kohortenstudie

Eine Kohortenstudie ist eine vergleichende Beobachtungsstudie, in der eine Gruppe von Personen (Kohorte) mit oder ohne einem bestimmten Merkmal über einen vorgegebenen Zeitraum beobachtet wird. So können Unterschiede im Auftreten der Zielerkrankung festgestellt werden. Kohortenstudien helfen besonders dabei, bestimmte Risikofaktoren einer Erkrankung zu ermitteln. Wenn beispielsweise die eine Gruppe raucht und die andere Gruppe nicht raucht, kann untersucht werden, wie sich ihr Gesundheitszustand über viele Jahre entwickelt.

Kontinuierliche Glukosemessung

Siehe CGM.

Konventionelle Insulintherapie (CT)

Bei der konventionellen Insulintherapie, auch kurz CT genannt, verabreichen sich Menschen mit Diabetes zu bestimmten Zeiten eine individuell festgelegte Menge Mischinsulin. Mischinsuline enthalten sowohl langwirksames Basalinsulin als auch kurzwirksames Bolusinsulin. Neben der Insulindosis sind bei dieser Behandlungsform auch die Zeitpunkte und Portionsgrößen der Mahlzeiten vorgegeben. Nur durch die Einhaltung eines strikten Mahlzeitenschemas können bei dieser Therapieform starke Blutzuckerschwankungen vermieden und Therapieerfolge erreicht werden. Vor der Verabreichung von Insulin sollte der Blutzucker immer kontrolliert werden. Die konventionelle Insulintherapie wird meistens bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verwendet. Bei Typ-1-Diabetes wird sie nur zeitweise oder in Ausnahmefällen angewandt.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Sie wird meist durch Arteriosklerose, bei der sich Fett und Kalk in den Blutgefäßen ablagern, verursacht. Bei der koronaren Herzkrankheit ist der Querschnitt der Herzkranzgefäße vermindert. In der Folge sind die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung verringert. Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten weiterer Herzerkrankungen, wie zum Beispiel eines Herzinfarktes.

Korrekturfaktor

Mit einem Korrekturfaktor ist eine bestimmte Menge an Insulin gemeint, die der Körper benötigt, um einen erhöhten Blutzuckerwert um etwa 30 bis 40 mg/dl (1,6-2,2 mmol/l) je Insulineinheit zu senken. Diese individuelle Korrekturzahl muss im Rahmen einer Schulung und durch Austesten unter ärztlicher Begleitung ermittelt werden.

Korrekturinsulin

Korrekturinsulin beschreibt die Insulindosis, die zusätzlich verabreicht werden muss, um zu hohe Blutzuckerwerte zu korrigieren. Sie wird meist zusammen mit dem Mahlzeiteninsulin im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie verabreicht.

Kortison

Kortison oder auch Kortisol genannt, ist ein Hormon, das in der Rinde der Nebenniere gebildet wird. Da es vermehrt in Stresssituationen ausgeschüttet wird, wird es auch als Stresshormon bezeichnet. Es fördert den Aufbau von Glukose, also die Glukoneogenese. Kortison wird unter anderem in größeren Mengen freigesetzt, um einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) entgegenzuwirken.

Kreatinin

Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt der Muskeln, dass über die Nieren ausgeschieden wird. Eine Erhöhung des Kreatinins im Blut kann Ausdruck für eine Schädigung der Nieren sein. Bei Menschen mit verminderter Muskelmasse, wie etwa bei alten Menschen, kann der Kreatininwert erniedrigt sein. Aus diesem Grund ist es möglich, dass selbst bei normalen Kreatininwerten im Blut die Nierenfunktion schon eingeschränkt ist. Bei Muskelverletzungen hingegen werden oft erhöhte Kreatininspiegel beobachtet.

Kreatinin-Clearance

Mit Hilfe der Kreatinin-Clearance kann man die Nierenfunktion beurteilen. Unter dem Begriff „Clearance“ versteht man das Maß für die Entgiftungsleistung der Nieren. Zur Berechnung benötigt man die Kreatinin-Konzentration im Blutplasma und Urin, die Menge des Sammelurins (über 24 Stunden) und einen Korrekturfaktor. Kennt man die jeweilige Kreatinin-Clearance, kann man die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate abschätzen.

Kußmaul-Atmung

Im Rahmen einer Ketoazidose kann ein charakteristischer Acetongeruch (vergleichbar mit Nagellackentferner oder verdorbenem Obst) in der Atemluft auftreten. Der Geruch entsteht durch Stoffwechselprodukte (Ketonkörper), die der Körper beim Abbau von Fetten freisetzt, um Energie zu gewinnen. Da die Glukose ohne Insulin nicht in die Zellen der meisten Organe gelangen kann, müssen alternative Stoffwechselwege genutzt werden. Zudem wird die Atmung der Patientinnen und Patienten stimuliert, um das durch Übersäuerung vermehrt entstehende Kohlendioxid (CO2) abzuatmen. Benannt ist diese Form des Atems nach dem Arzt Adolf Kußmaul, der sie im Jahr 1874 erstmals beschrieben hat.

L

Laktatazidose

Die Laktatazidose kommt selten vor, meist unter Metformin-Einnahme, wenn die Gegenanzeigen nicht beachtet werden. Normalerweise wird der Blutzucker in Anwesenheit von Sauerstoff abgebaut. Ist dies nicht der Fall, so häuft sich Laktat (Milchsäure) an. Es kann von der Leber nicht im selben Maße wieder abgebaut werden. Die Symptome einer Laktatazidose sind unklar und können sich durch Schwäche, Übelkeit sowie Bauchschmerzen äußern. Innerhalb weniger Stunden kann es zu einem Zustand der Bewusstlosigkeit, begleitet von einer schnellen und tiefen Atmung kommen. Man spricht auch von Kußmaul-Atmung.

Langerhans-Inseln

Die Langerhans-Inseln sind Zellansammlungen in der Bauchspeicheldrüse, welche vor allem die Hormone Glukagon und Insulin produzieren. Sie sind hauptsächlich aus Alphazellen und Betazellen aufgebaut.

Latent Autoimmune Diabetes in Adults (LADA)

LADA ist eine Sonderform des Typ-1-Diabetes, die erst im Erwachsenenalter ausbricht. Der Insulinmangel bildet sich bei dieser Diabetes-Form relativ langsam aus. Häufig wird er zu Beginn fälschlicherweise als Typ-2-Diabetes diagnostiziert, da ähnliche Symptome vorliegen. Menschen mit LADA haben im Blutserum jedoch Inselzellantikörper (ICA) und/oder Antikörper gegen das Enzym Glutamat-Decarboxylase (GADA). Diese Antikörper sind ein Hinweis darauf, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet: So wird die Insulinproduktion verhindert.

Leberenzyme

Dies sind Enzyme, also Eiweißstoffe, die für Leberzellen charakteristisch sind. Sie können bei Lebererkrankungen wertvolle Hinweise auf Art und Ausmaß der Erkrankung geben.

Legacy Effect

Legacy Effect bedeutet übersetzt „Erb-Effekt“. Er betitelt die langfristige Minderung von Folgeerkrankungen des Diabetes bei einer guten Blutzuckerkontrolle, besonders zu Beginn der Erkrankung.

Leptin

Leptin ist ein Hormon, das vom Fettgewebe gebildet wird. Es spielt eine Rolle für das Hunger- und Sättigungsgefühl. Es meldet den Füllungszustand des Fettgewebes ans Gehirn und ist beteiligt an der Regulation der Körperfettmasse. Hohe Leptinspiegel im Blut hemmen bei normalgewichtigen Menschen den Appetit. Bei Übergewicht ist dies nicht der Fall. Deshalb wird angenommen, dass Übergewicht mit einer Leptinresistenz einhergeht.

Lipohypertrophie

Lipohypertrophie bedeutet eine Vermehrung von Fettgewebe im Bereich der Insulin-Spritzstellen. Es entsteht ein sogenannter Spritzhügel, weil das Gewebe verhärtet und verdickt ist. Das gespritzte Insulin bewirkt eine Wachstumsförderung der Fettzellen an dieser Stelle. Außerdem ändert sich an den verdickten Stellen mit der Zeit die Aufnahme des Insulins. Aus diesem Grund sollen die Spritzstellen regelmäßig gewechselt werden.

Lymphozyten

Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sie bekämpfen gefährliche Fremdsubstanzen im Körper und sind damit Teil des Immunsystems. Erhöhte oder erniedrigte Werte weisen auf verschiedene Krankheiten hin.

M

Makroalbuminurie

Albumin ist ein Eiweiß, welches in der Leber gebildet wird. Makroalbuminurie ist eine stark erhöhte Ausscheidung von Albumin über den Urin. Die Ausscheidung liegt dann bei Werten über 300 Milligramm pro Tag. Sie gilt als Warnhinweis einer diabetischen Nierenschädigung.

Makroangiopathie

Unter Makroangiopathie versteht man krankhafte Schädigungen an den großen Blutgefäßen (Arterien). Häufig entstehen sie durch Ablagerungen an den Gefäßwänden der großen Arterien verschiedener Organe wie Herz und Gehirn, aber auch der Beine.

Makrosomie

Makrosomie bedeutet ein sehr hohes Geburtsgewicht. Eine Makrosomie liegt vor, wenn das Neugeborene über 4.000 Gramm wiegt.

Makrovaskulär

Makrovaskulär ist ein medizinischer Fachbegriff und bedeutet die „mittleren und großen Blutgefäße (Arterien) betreffend“ (siehe auch Makroangiopathie).

Malformation

Malformation ist ein medizinischer beziehungsweise englischer Begriff für „Fehlbildung“ oder „Fehlentwicklung“.

Maltit

Mannitol

Maturity Onset Diabetes of the Young (MODY)

MODY-Diabetes wurde früher in Deutschland auch als Typ-3a-Diabetes bezeichnet. Diese Diabetes-Form wird durch genetische Defekte verursacht. Diese führen zu einer Funktionsstörung der Betazellen (Betazelldysfunktion). MODY tritt weltweit bei weniger als 5 Prozent der Menschen mit Diabetes auf. In der Regel kommt MODY bei normalgewichtigen Erwachsenen unter 25 Jahren familiär gehäuft vor. Bei MODY-Erkrankten wird häufig ein Typ-1- oder Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erst durch die Durchführung eines Gentests können die Veränderungen im Erbgut identifiziert werden. Derzeit sind 13 Formen des MODY-Diabetes bekannt.

Metabolisches Syndrom

Als metabolisches Syndrom bezeichnet man eine Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren für zahlreiche Folgeerkrankungen. Ein metabolisches Syndrom liegt vor, wenn mindestens 3 der folgenden 5 Risikofaktoren vorliegen:

  • Taillenumfang von über 88 Zentimetern bei Frauen und über 102 Zentimetern bei Männern
  • Erhöhte Triglyzeridwerte von über 150 mg/dl
  • Zu niedriges HDL-Cholesterin von unter 40 mg/dl bei Frauen und weniger als 50 mg/dl bei Männern
  • Bluthochdruck von über 130/85 mmHg
  • Erhöhter Nüchternblutzucker von über 100 mg/dl (über 5,6 mmol/l) oder das Vorliegen einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung

Metformin

Metformin ist ein orales Antidiabetikum, das häufig bei Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Es zählt zu der Substanzklasse der Biguanide. Es verbessert die Insulinsensitivität der Zellen und vermindert die Freisetzung von Zucker (Glukose) aus der Leber. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel auch im Nüchternzustand gesenkt. Die Ausschüttung von Insulin ist durch Metformin nicht beeinflusst, sodass bei einer alleinigen Therapie mit Metformin kein Risiko für das Auftreten von Unterzuckerungen besteht.

Mikroalbuminurie

Albumin ist ein Eiweiß, welches in der Leber gebildet wird. Mikroalbuminurie ist eine leicht erhöhte Ausscheidung von Albumin über den Urin, im Gegensatz zur Makroalbuminurie. Die Ausscheidung liegt dann bei Werten von 20 bis 200 mg/l oder von 30 bis 300 mg/Tag. Sie kann ein Frühsymptom einer diabetischen Nierenschädigung sein.

Mikroangiopathie

Unter einer Mikroangiopathie versteht man krankhafte Schädigungen an den kleineren Blutgefäßen (Kapillaren). Beim Diabetes sind häufig die kleineren Blutgefäße von Augen (Retinopathie), Nieren (Nephropathie), Nerven (Neuropathie) und Füßen (Diabetisches Fußsyndrom) betroffen.

Mikrovaskulär

Mikrovaskulär bedeutet „die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) betreffend“ (siehe auch Mikroangiopathie)

Mischinsulin

Darunter versteht man eine vorgefertigte Mischung aus kurz- und langwirkendem Insulin, um sowohl den Grundbedarf als auch den Insulinbedarf nach den Mahlzeiten zu decken.

Monosaccharide

Dies ist der Fachbegriff für Einfachzucker.

N

NAFLD

Die Abkürzung NAFLD steht für „non-alcoholic fatty liver disease“, auf Deutsch „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“. Bei einer Fettleber kommt es zu einer Einlagerung von Fett in die Leberzellen. Die Fettlebererkrankung kann ernste Folgen haben, wenn sich die Leber durch die Verfettung entzündet (siehe NASH).

NASH

Die Abkürzung NASH steht für „nicht-alkoholische Steatohepatitis“, also eine nicht-alkoholische Fettleberentzündung. Sie ist eine riskantere Verlaufsform der Leberverfettung (siehe NAFLD). Hier entzünden sich die verfetteten Leberzellen.

Nephropathie, diabetische

Die diabetische Nephropathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes. Dabei kommt es zu einem zunehmenden Verlust der Filterfunktion der Nieren, weil zu hohe Blutzuckerwerte die Gefäße der Nieren schädigen. Die diabetische Nephropathie ist gekennzeichnet durch eine anhaltende erhöhte Eiweißausscheidung über den Urin (Mikroalbuminurie). Im weiteren Verlauf nimmt die Kreatinin-Clearance ab.

Neuropathie, diabetische

Unter der diabetischen Neuropathie versteht man eine Erkrankung der Nerven infolge eines Diabetes (siehe Polyneuropathie).

Niereninsuffizienz

Als Niereninsuffizienz bezeichnet man die Unterfunktion oder das Versagen einer oder beider Nieren. Hierbei kommt es zu einer Erhöhung der Konzentration von harnpflichtigen Substanzen wie Kreatinin, Harnstoff oder Harnsäure im Blut. Man unterscheidet akutes Nierenversagen und chronisches Nierenversagen.

Niereninsuffizienz, akute / akutes Nierenversagen

Darunter versteht man eine akute Abnahme der Nierenfunktion. Es kommt zur Erhöhung der Konzentration von harnpflichtigen Substanzen wie Kreatinin, Harnstoff oder Harnsäure im Blut. Ihre Anreicherung im Körper führt zu Vergiftungserscheinungen. Darüber hinaus ist der Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalt gestört. Das akute Nierenversagen muss rasch behandelt werden, sonst besteht Lebensgefahr.

Niereninsuffizienz, chronische / chronisches Nierenversagen

Das chronische Nierenversagen ist die Folge einer nicht umkehrbaren Verminderung der Nierenfunktion. Die diabetische Nephropathie ist die häufigste Nierenerkrankung, die zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen kann.

Not-BE (Not-Broteinheit)

Der Begriff bezeichnet Not-Broteinheiten, also kohlenhydrathaltige Zwischenmahlzeiten, die vom Körper schnell aufgenommen werden. So kann man einer drohenden Hypoglykämie (Unterzuckerung) schnell entgegenwirken. Dafür eignen sich beispielsweise Traubenzuckertäfelchen, Müsliriegel oder Fruchtsaft.

NPH-Insulin

NPH steht für Neutrales Protamin Hagedorn. NPH-Verzögerungsinsuline haben eine längere Wirkungsdauer, da das Humaninsulin an den Verzögerungsstoff Neutrales Protamin Hagedorn (NPH) gebunden ist. NPH-Verzögerungsinsuline sind Basalinsuline und werden verwendet, um den Grundbedarf des Körpers an Insulin abzudecken.

Nüchternglukose (Nüchternblutzucker)

Die Nüchternglukose oder der Nüchternblutzucker beschreibt den Blutzuckerspiegel bei nüchternem Magen, nachdem also mindestens 8 Stunden nichts gegessen wurde.

O

Ödem

Unter einem Ödem versteht man eine Wasseransammlung im Gewebe.

Off-Label-Use

Man spricht von Off-Label-Use, wenn ein Arzneimittel außerhalb seines zugelassenen Anwendungsgebietes verordnet wird. Beispielsweise wird ein Arzneimittel „off-Label“ genutzt, wenn die Indikation, Dosierung oder das Alter der Patientin beziehungsweise des Patienten vom Zulassungsbereich abweicht. Das ist häufig der Fall bei seltenen Erkrankungen, Kindern, Schwangeren und Stillenden.

Orale Antidiabetika

Orale Antidiabetika sind blutzuckersenkende Medikamente in Tablettenform und werden eher zur Behandlung eines Typ-2-Diabetes eingesetzt. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn eine Umstellung der Ernährung sowie Verbesserung des Lebensstils nicht ausreichen. Die oralen Antidiabetika unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise. Folgende orale Antidiabetika werden in der Therapie des Typ-2-Diabetes angewandt:

Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) dient der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Er wird bei Verdacht auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus durchgeführt. Der Zuckerbelastungstest findet im Sitzen oder Liegen, nach einem 8- bis 12-stündigen Nahrungs- und Rauchverzicht, im Ruhezustand statt. Zu Beginn des Testes wird eine vorgefertigte Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose innerhalb von 5 Minuten getrunken. Vor dem Trinken der Zuckerlösung sowie nach 1 und 2 Stunden erfolgt eine venöse Blutabnahme. Es wird der Blutzuckerspiegel bestimmt. Bei einem erhöhten Nüchternwert (ab 126 mg/dl beziehungsweise 7,0 mmol/l) als auch bei einem erhöhten 2-Stunden-Wert (über 200 mg/dl beziehungsweise 11,1 mmol/l) liegt ein Diabetes vor.

Orlistat

Der Wirkstoff Orlistat ist ein Medikament in Tablettenform zur Behandlung einer Adipositas-Erkrankung. Zur Aufnahme und Verwertung von Fetten durch den Körper müssen diese vorher durch das Enzym Lipase gespalten werden. Orlistat hemmt das Enzym im Darm, sodass die Aufnahme von Fetten um etwa 30 Prozent reduziert wird. Mit dem Einsatz dieses Medikamentes kann eine zusätzliche Gewichtsreduktion um etwa 2 Kilogramm erreicht werden. Häufige Nebenwirkungen sind weiche Stühle, gesteigerter Stuhldrang und Blähungen. Zudem kann es zu einer verminderten Aufnahme fettlöslicher Vitamine kommen.

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress beschreibt ein Missverhältnis zwischen Bildung und Abbau freier Radikale. Freie Radikale sind Stoffe, die sehr reaktionsfreudig sind. Sind mehr freie Radikale vorhanden, als der Körper abbauen kann, kommt es zum oxidativen Stress. Es gibt verschiedene Auslöser für oxidativen Stress. Beispiele sind unter anderem Rauchen, Alkohol, Medikamente oder Stress. Oxidativer Stress kann vorübergehende oder bleibende Schäden anrichten und ein beschleunigtes Altern im Körper auslösen.

P

Pankreas

Pankreas ist der medizinische Fachbegrifft für Bauchspeicheldrüse.

Pankreatitis

Unter Pankreatitis versteht man eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Parodontitis

Bei einer Parodontitis handelt es sich um eine chronische, bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Die Krankheit schreitet in der Regel langsam voran und führt dabei allmählich zu Knochenverlust. Die betroffenen Zähne lockern sich. Unbehandelt führt dies zu Zahnverlust. Zahnfleischentzündungen sind die Vorstufe einer Parodontitis.

pAVK, periphere arterielle Verschlusskrankheit

pAVK steht für periphere arterielle Verschlusskrankheit, umgangssprachlich auch Schaufensterkrankheit genannt. Bei der pAVK ist die Durchblutung der Gefäße im Becken sowie in Armen und Beinen gestört. Besonders häufig verkalken bei einer pAVK die Gefäße in den Beinen und sind somit stark verengt oder verschlossen. Das Blut gelangt nicht mehr in die Füße, weshalb sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff oder Nährstoffen versorgt werden. Zu Beginn ist die Durchblutungsstörung meist beschwerdefrei. Oft sind erste pAVK-Symptome ziehende, krampfartige Schmerzen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen.

Pen

Siehe Insulinpen.

Placebo

Ein Placebo ist ein Präparat ohne Wirkstoff. Ein Placebo dient als Vergleichsmittel in wissenschaftlichen Studien. Damit können Beobachtungen, die während der Studie gemacht werden, verglichen werden. Treten bestimmte Effekte zum Beispiel sowohl bei den Teilnehmenden der Placebo-Gruppe als auch in der Gruppe mit dem echten Wirkstoff auf, sind sie nicht auf den Wirkstoff zurückzuführen.

Plasma

Als (Blut-)Plasma werden alle flüssigen Blutbestandteile bezeichnet. Es besteht aus Wasser, Eiweißen, Nährstoffen, Salzen, Stoffwechselprodukten, Enzymen und Hormonen. Blutplasma enthält keine Blutkörperchen (Blutzellen) oder Blutplättchen mehr. Im Gegensatz zum Serum enthält Plasma aber noch Gerinnungsfaktoren.

Podologe, Podologin

Darunter versteht man die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung für eine medizinische Fußpflegefachkraft.

Polydipsie

Unter Polydipsie versteht man einen krankhaft gesteigerten Durst. Er geht mit einer stark erhöhten Flüssigkeitsaufnahme einher.

Polyneuropathie, diabetische

Die diabetische Polyneuropathie ist eine Erkrankung mehrerer Nerven, die infolge eines Diabetes mellitus auftreten kann. Sie kann sowohl den willentlich gesteuerten Teil des peripheren Nervensystems als auch das unwillkürliche Nervensystem betreffen. Letzteres reguliert beispielsweise die Atmung, Herzfrequenz oder die Darmbewegungen. Schäden an diesem System werden oft nicht bemerkt oder erst dann, wenn die Schäden bereits ausgeprägter sind. Man spricht von einer „Negativsymptomatik“, wenn die Funktion abnimmt: Berührungen, Temperaturunterschiede, Schmerzreize werden schleichend immer weniger gespürt. Von einer „Positivsymptomatik“ spricht man hingegen, wenn Empfindungen wahrgenommen werden, die nicht vorhanden sein sollten: Dies können Taubheitsgefühle, Kribbeln oder auch vielerlei Schmerzempfindungen sein (brennend, reißend, stechend oder dumpf und bohrend). Diese Missempfindungen treten oft in Ruhe abends beziehungsweise nachts auf und bessern sich durch Bewegung.

Polysaccharide

Dies ist der Fachbegriff für Vielfachzucker.

Polyurie

Davon spricht man, wenn erhöhte Mengen von Urin ausgeschieden werden (über 2 Liter pro Tag). Sie kann ein Anzeichen für Diabetes mellitus oder Diabetes insipidus sein.

Postprandial

Postprandial bedeutet „nach dem Essen“ oder „nach einer Mahlzeit“ (siehe auch Präprandial).

Prädiabetes

Der Begriff Prädiabetes bezeichnet den Zustand mit erhöhten Blutzuckerwerten im Blut (Nüchternblutzucker 100 bis 125 mg/dl (5,6 - 6,9 mmol/l) und/oder 2-Stunden-Glukose im 75 Gramm oralen Glukosetoleranztest 140 bis 199 mg/dl (7,8 - 11 mmol/l)) und/oder erhöhten HbA1c-Werten (5,7 Prozent bis 6,4 Prozent (38,8 - 46,5 mmol/mol)), die allerdings noch unterhalb der Grenzwerte für Diabetes liegen.

Präprandial

Präprandial bedeutet „vor dem Essen“ oder „vor einer Mahlzeit“ (siehe auch Postprandial).

Prävalenz

Prävalenz ist ein Fachbegriff für die Krankheitshäufigkeit. Sie sagt aus, welcher Anteil der Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines Zeitraums in der Bevölkerung zum Beispiel an einer Erkrankung erkrankt sind.

Pregabalin

Pregabalin ist ein Wirkstoff, der zur Schmerztherapie bei der diabetischen Neuropathie, einer Folgekomplikation des Diabetes, eingesetzt wird.

Prospektiv

Prospektiv bedeutet „in die Zukunft gerichtet“ oder „vorausschauend“. In einer prospektiven Studie ist das vom Forschungsteam untersuchte Ereignis, beispielsweise eine bestimmte Krankheit, zum Zeitpunkt des Studienbeginns noch nicht eingetreten. Das Forschungsteam untersucht im Studienverlauf, wann und wie häufig die Erkrankung auftritt. Das Gegenteil von prospektiv ist retrospektiv (siehe auch retrospektiv).

Prostaglandine

Prostaglandine sind Gewebshormone. Sie spielen bei Schmerz, Entzündung und Blutgerinnung eine wichtige Rolle.

Proteine (Eiweiße)

Proteine, auch Eiweiße genannt, sind natürlich vorkommende Stoffe, die ausschließlich oder überwiegend aus Aminosäuren aufgebaut sind. Sie sind wesentlicher Bestandteil fast aller lebenden Organismen und zählen, neben Kohlenhydraten und Fetten, zu den Grundnährstoffen. Sie übernehmen im Körper vielfältige Aufgaben.

Proteinurie

Unter Proteinurie versteht man eine Ausscheidung von über 150 Milligramm Eiweiß (Protein) pro Tag. Zur Diagnose wird häufig das Eiweiß Albumin gemessen (siehe auch Albuminurie).

Q

Quercetin

Quercetin ist ein Naturfarbstoff aus der Gruppe der Polyphenole und Flavonoide. Quercetin kommt unter anderem in Früchten, Nüssen, Saatgut und Tee vor. In Tierstudien hat eine Zufuhr von Quercetin erhöhte Blutzuckerwerte gesenkt und Diabetes-Komplikationen leicht verbessert. Beim Menschen fehlen bislang gute Daten zur Effektivität und vor allem zu möglichen Nebenwirkungen einer Einnahme von Quercetin.

R

Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)

In einer randomisierten kontrollierten Studie werden die Teilnehmenden zufällig (randomisiert) beispielsweise auf 2 verschiedene Gruppen verteilt. In diesen Gruppen untersucht das Forschungsteam verschiedene Maßnahmen und vergleicht sie miteinander. Eine Gruppe erhält etwa ein neues Medikament, die andere Gruppe erhält ein Placebo, also ein Medikament ohne Wirkstoff. Das Forschungsteam untersucht anschließend im Verlauf, wie sich in den beiden Gruppen zum Beispiel Krankheitssymptome ändern.

Reaktive Hypoglykämie

Die reaktive Hypoglykämie ist eine besondere Form der Unterzuckerung. Sie entsteht durch eine übermäßige Insulinausschüttung nach einer stark kohlenhydratreichen Mahlzeit. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Sie tritt beispielsweise im Anfangsstadium einer Diabetes-Erkrankung auf. Außerdem kann sie bei einer Störung der Magenentleerung auftreten, die Folge einer Schädigung des vegetativen Nervensystems sein kann (siehe Polyneuropathie). Man spricht dann von einer diabetischen Gastroparese. Auch nach erfolgten Magenoperationen kann eine reaktive Hypoglykämie auftreten.

Remission

Als Remission wird der Rückgang oder das vorübergehende Nachlassen von Krankheitssymptomen bezeichnet.

Bei Typ-1-Diabetes ist beispielsweise eine sogenannte Remissionsphase möglich. In dieser Phase nach Beginn der Insulintherapie, kann sich die Stoffwechselsituation erheblich verbessern, sodass zum Teil nur sehr wenig oder gar kein Insulin benötigt wird. Wie lange diese Phase andauert, ist unterschiedlich.

Bei Typ-2-Diabetes können die Krankheitssymptome durch eine Lebensstiländerung und eine Gewichtsreduktion oder durch eine Adipositas-Operation zum Teil vollständig, meist aber nur vorübergehend, zurückgehen.

Restriktive Lungenerkrankung

Bei restriktiven Lungenkrankheiten kann sich die Lunge aus verschiedenen Gründen nicht mehr richtig ausdehnen. Die Krankheit äußert sich in einer eingeschränkten Atmung und kann eine Folgeerkrankung von Diabetes sein.

Retinopathie, diabetische

Die diabetische Retinopathie ist eine Schädigung der Netzhaut im Auge infolge einer Diabetes-Erkrankung. Bei etwa 25 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes tritt im Laufe des Lebens eine Retinopathie auf. Beim Typ-2-Diabetes ist die Häufigkeit mit durchschnittlich 12,5 Prozent halb so groß. In einem Drittel der Fälle liegen bereits zum Zeitpunkt der Diabetes-Diagnose Veränderungen an der Netzhaut vor. Die Retinopathie entsteht durch Veränderungen kleiner Gefäße am Augenhintergrund (siehe auch Mikroangiopathie). Es kann hierbei zu Sehstörungen oder Sehverschlechterungen kommen. Im schlimmsten Fall und ohne Behandlung kann sich im Verlauf die Netzhaut ablösen. Unbehandelt kann die Netzhautablösung zur Erblindung führen.

Retrospektiv

Retrospektiv bedeutet „zurückschauend“ oder „rückblickend“. In einer retrospektiven Studie ist das vom Forschungsteam untersuchte Ereignis, zum Beispiel eine bestimmte Krankheit, zu Beginn der Studie schon eingetreten. Es wird rückblickend nach Risikofaktoren für die Erkrankung gesucht.

S

Schwangerschaftsdiabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Diabetes-Form, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Schwangerschaftsdiabetes zählt zu den häufigsten Begleiterkrankungen einer Schwangerschaft. In der Regel verschwindet diese Form der Stoffwechselstörung nach der Geburt des Kindes wieder. Die Erkrankung erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass die betroffenen Mütter später an einem Typ-2-Diabetes erkranken.

Sekretion

Abgabe von Stoffen aus einem Gewebe, meistens aus Drüsen.

Serum

Das Serum ist der flüssige Anteil des Blutes, der keine festen Bestandteile wie rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen enthält. Es besteht aus Wasser, Eiweißen, Nährstoffen, Salzen, Stoffwechselprodukten, Enzymen und Hormonen. Blutserum kann nicht gerinnen, da ein gerinnungsförderndes Eiweiß fehlt.

SGLT-2-Hemmer

SGLT-2-Hemmer sind orale Antidiabetika, die vor allem bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. SGLT-2-Hemmer senken den Blutzucker, indem sie den Natrium/Glukose-Transporter 2 (SGLT-2) in den Nieren blockieren. Durch diese Hemmung wird mehr Zucker über die Nieren im Urin ausgeschieden. Der Blutzuckerspiegel sinkt. Zusätzlich trägt dieser Wirkmechanismus zu einer Reduktion des Körpergewichts und des Blutdrucks bei.

Sitagliptin

siehe Gliptin.

Somogyi-Effekt, auch Somogyi-Phänomen

Als Somogyi-Effekt, auch „Rebound-Hyperglykämie“ genannt, wird ein Blutzuckeranstieg in den frühen Morgenstunden bezeichnet, der auf eine nächtliche Unterzuckerung folgt. Durch eine zu hohe Insulindosis am Abend fällt der Blutzuckerspiegel zunächst ab. Daraufhin setzt der Körper eine Gegenregulation in Gang: Über verschiedene Mechanismen, vor allem durch die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin, kommt es zu einem morgendlichen Blutzuckeranstieg.

Spritz-Ess-Abstand

Als Spritz-Ess-Abstand wird der Zeitraum zwischen der Verabreichung von Insulin und einer Mahlzeit bezeichnet. Er sollte beispielsweise bei der Verwendung von Humaninsulin beachtet werden.

Spurenelemente

Spurenelemente sind mineralische Substanzen, von denen der menschliche Körper nur eine sehr geringe Menge benötigt. Jod, Zink, Selen oder Eisen sind zum Beispiel Spurenelemente. Werden dem Körper über eine lange Zeit zu wenig dieser Spurenelemente zugeführt, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Stammfettsucht

Stent

Stents sind gitterförmige Gefäßprothesen aus Metall oder Kunststoff. Sie finden häufig Verwendung in Blutgefäßen, wie beispielsweise in den Herzkranzgefäßen, um die Gefäße offen zu halten und einen erneuten Verschluss zu verhindern.

Stoffwechsel, Glukosestoffwechsel

Als Stoffwechsel werden alle Vorgänge im Körper bezeichnet, bei denen der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen Stoffe aufnimmt, umsetzt und abbaut.

Der Begriff Glukosestoffwechsel umfasst alle Vorgänge im Körper, bei denen Glukose zur Energiegewinnung genutzt wird. Wichtige Organe für diese Prozesse sind Darm, Leber und Muskeln. Aber auch alle anderen Körperfunktionen und Organe benötigen Energie und sind deshalb am Glukosestoffwechsel beteiligt.

Stratifizierung

Stratifizierung bedeutet „Schichtenbildung“ oder „Schichtung“. In der Forschung werden beispielsweise Teilnehmende einer Bevölkerungsstudie je nach Vorhandensein eines bestimmten Merkmals in verschiedene Schichten (Strata) eingeteilt. Häufig verwendete Schichtungsmerkmale sind Alter oder Geschlecht. So können die Forschungsteams genauere Ergebnisse für bestimmte Untergruppen erhalten und Berechnungsfehler vermeiden.

Stresshormone

Stresshormone werden vom Körper in Stresssituationen ausgeschüttet und sind beispielsweise Adrenalin, Kortison oder das Wachstumshormon.

Subkutan (Abkürzung sc.)

Subkutan bedeutet „unter die Haut“. Insulin wird beispielsweise unter die Haut gespritzt. Unter der Haut befindet sich das Fettgewebe. Man spricht auch von subkutanem Fettgewebe.

Süßstoffe

Darunter versteht man Zuckerersatzstoffe. Sie haben eine sehr viel stärkere Süßkraft als Haushaltszucker (Saccharose), bei vernachlässigbarem Nährwert. Sie enthalten also so gut wie keine Kalorien. Zu ihnen gehören beispielsweise Aspartam, Cyclamate oder Saccharin.

Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe sind orale Antidiabetika, die bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Sie regen die Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn an. Allerdings nimmt ihre Wirkung mit der Zeit ab, sodass sie allein nur bedingt als Langzeittherapie des Typ-2-Diabetes geeignet sind. Sie werden häufig bei Patientinnen und Patienten eingesetzt, bei denen eine Behandlung mit Metformin nicht möglich ist. Anders als mit Metformin, besteht bei der Therapie mit Sulfonylharnstoffen das Risiko einer Unterzuckerung.

T

TENS

TENS steht für Transkutane elektrische Nervenstimulation und ist ein Heilverfahren aus der Naturheilkunde. Die Behandlungsmethode bekämpft Schmerzen mit Strom. Ein Gerät erzeugt dabei elektrische Impulse, die durch die Haut auf das Nervensystem übertragen werden. Durch den Stromimpuls kommt es zur Nervenstimulation, wodurch der Schmerz gelindert oder vollständig ausgeschaltet wird.

Time in Range

Time in Range heißt übersetzt so viel wie „Zeit im Zielbereich“. Die Zeit im Zielbereich ist ein neuerer Maßstab für das Diabetes-Management und die Stoffwechseleinstellung. Die Messung ist nur mit einem CGM- oder iscCGM-System möglich. Diese Systeme messen den Blutzucker konstant über den gesamten Tag. So kann ausgewertet werden, wie viele Stunden am Tag der Blutzuckerwert in einem bestimmten Zielbereich lag.

Titrationsphase

Als Titrationsphase wird der Zeitraum zu Beginn der Einnahme eines Medikamentes bezeichnet, in dem die individuell wirkende Dosis des Medikamentes getestet und angepasst wird.

Transkriptionsfaktor

Transkriptionsfaktoren sind bestimmte Eiweiße, die für das Ablesen von Genen erforderlich sind.

Traubenzucker

Siehe Glukose.

Triglycerid

Triglyceride werden auch als Neutralfette bezeichnet. Sie sind aus einem Glycerin-Molekül, einem sogenannten Zuckeralkohol, aufgebaut, das mit 3 Fettsäuren verknüpft ist.

U

Überzucker

Darunter versteht man einen zu hohen Blutzuckerspiegel, siehe Hyperglykämie.

Unterzucker

Darunter versteht man einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel, siehe Hypoglykämie.

Ultraschall-Doppler-Methode

Mit der sogenannten Ultraschall-Doppler-Methode kann die Ärztin oder der Arzt auf dem Bildschirm das fließende Blut und Verengungen an den Gefäßen sichtbar machen.

V

Vene

Venen sind die Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen transportieren.

Vielfachzucker

Sehr große Zuckermoleküle, die aus vielen miteinander verbundenen Einfachzuckern aufgebaut sind. Die Speicherstoffe Stärke und Glykogen zählen zu dieser Gruppe.

Vitamin D

Vitamin D ist ein Vitamin, das in geringen Mengen in Ei und Milchprodukten vorkommt. Die mengenmäßig größte Versorgung erfolgt über die Haut. Bei Sonneneinwirkung kann Vitamin D in der Haut selbst hergestellt werden. Es spielt eine wichtige Rolle für das Knochenwachstum.

W

Wachstumshormon

Das Hormon wird in der Hirnanhangdrüse gebildet. Unter anderem fördert es im Kindesalter das Körperwachstum und bei Erwachsenen die Zellerneuerung. Das Wachstumshormon steigert beispielsweise durch vermehrte Neubildung von Glukose (Glukoneogenese) den Blutzuckerspiegel.

Wagner Klassifikation

Die Schwere des Diabetischen Fußsyndroms kann nach Wagner eingeordnet werden. Hierbei wird die Tiefe der Wunde beurteilt. Die Klassifikation kann durch Kriterien von Armstrong erweitert werden, die das Vorliegen einer Infektion oder einer Ischämie (Durchblutungsstörung) beschreiben.

Waist-to-hip ratio, auch Taillen-Hüft-Quotient

Die waist-to-hip ratio (WHR) gibt das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang an. Um den Hüftumfang zu messen, legt man das Maßband unterhalb der Hüftgelenke an. Für den Taillenumfang wird das Maßband unter der untersten Rippe angelegt. Ist das Verhältnis von Taillen- zum Hüftumfang bei Frauen größer als 0,85 und bei Männern größer als 1,0, spricht man von einer ungünstigen waist-to-hip ratio. Sie geht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes einher.

X

Xylit

Y

Z

Zirrhose

Unter Zirrhose versteht man eine Verhärtung und Vernarbung von Gewebe in Organen. Sie entsteht durch Entzündungen und eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe.

Zucker

Zucker zählen zu den Kohlenhydraten und sind wichtige Energielieferanten für den Körper. Je nach ihrer Größe unterscheidet man Einfachzucker, Zweifachzucker und Vielfachzucker.

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe liefern im Gegensatz zu Süßstoffen Energie, jedoch etwas weniger als Haushaltszucker (Saccharose). Sie werden unabhängig von Insulin verstoffwechselt und beeinflussen den Blutzuckerspiegel damit weniger als Zucker. Außerdem verursachen sie keine Karies. Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören beispielsweise Fruktose, Maltit, Mannitol und Xylit.

Zweifachzucker (Disaccharid)

Ein Zweifachzucker ist ein größeres Zuckermolekül, das aus 2 miteinander verbundenen Einfachzucker-Molekülen besteht. Ein Beispiel für ein Disaccharid ist Saccharose, der klassische Haushaltszucker.