Was ist Diabetes Typ 2?

Wissenschaftliche Unterstützung: Dr. Theresia Sarabhai 

Bei der Krankheit Typ-2-Diabetes sind verschiedene Vorgänge im Zuckerstoffwechsel gestört, wodurch der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Deshalb wird diese komplexe Erkrankung umgangssprachlich häufig auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet.

Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzuckerspiegel an und wird als Energiequelle für die Körperzellen genutzt. Um den Zucker in die Körperzellen aufnehmen zu können, braucht der Körper das Hormon Insulin. Insulin wird in den Betazellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet und in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel ins Blut abgegeben. Es sorgt dafür, dass der Zucker in die Körperzellen geschleust wird. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder ab.

Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen jedoch nicht mehr so sensitiv auf das freigesetzte Insulin (Insulinresistenz) und die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse schütten zu wenig Insulin aus. Als Folge steigt der Blutzuckerspiegel an.

Nähere Informationen zur Entstehung des Typ-2-Diabetes und bekannten Risikofaktoren, die die Entwicklung der Erkrankung fördern, erhalten Sie hier.

Was sind erste Anzeichen für Diabetes Typ 2?

Die Entwicklung des Typ-2-Diabetes erfolgt oft schleichend über mehrere Jahre. Aufgrund fehlender oder unspezifischer Symptome, die falsch interpretiert werden, erfolgt die Diagnose häufig nur durch Zufall. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten können jedoch auch bei Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes die typischen Diabetes-spezifischen Krankheitssymptome auftreten. Dazu gehören:

  • Gesteigerter Durst
  • Erhöhte Urinausscheidung
  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Antriebsarmut
  • Leistungs- oder Konzentrationsschwäche
  • Vergesslichkeit
  • Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression
  • Sehstörungen
  • Häufige Infekte
  • Schlecht heilende Wunden
  • Trockene Haut

Bei vielen Patientinnen und Patienten bleibt die Erkrankung Typ-2-Diabetes lange Zeit unerkannt. Nicht selten wird sie erst aufgrund von Folge- beziehungsweise Begleitkrankheiten des Diabetes oder durch Zufall, zum Beispiel bei einem Gesundheits-Check bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, festgestellt.

Eine frühe Diabetes-Diagnose und -Behandlung ist jedoch wichtig, um möglichen Folgeerkrankungen frühzeitig vorzubeugen oder ihr Fortschreiten zumindest verzögern zu können. Denn ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel begünstigt langfristig die Entwicklung von

  • Nervenschäden, die zum Beispiel die Entstehung des diabetischen Fußsyndroms fördern können.
  • Veränderungen an den großen Blutgefäßen, die schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben können (Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine).
  • Störungen der kleinen Blutgefäße. Hier kann es zu einer Schädigung am Herzen, an den Augen und/oder an den Nieren kommen.

Hier erfahren Sie mehr über Folgeerkrankungen!

Wenn die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum sehr hoch sind, kann sich auch ein sogenanntes hyperglykämisches, hyperosmolares Syndrom entwickeln, dass bis zum Koma führen kann.

Weitere Informationen zu dieser akuten Stoffwechselentgleisung finden Sie hier!

Deswegen ist eine Zuckereinstellung mit Medikamenten und vor allem einer Lebensstiländerung durch die Hausärztin oder den Hausarzt beziehungsweise die Diabetologin oder den Diabetologen so wichtig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Hier erfahren Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten des Typ-2-Diabetes!

Quellen:

American Diabetes Association: Standards of Medical Care in Diabetes - 2019. In: Diabetes Care, 2019, 42: S1-S193
Bundesärztekammer et al.: Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes. Langfassung. 1. Auflage. Version 4. 2014 (Gültigkeit abgelaufen, in Überarbeitung)
Bundesärztekammer et al.: Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes. 1. Auflage. Version 1. 2015
Stand: 10.12.2019